Patient Safety Summit

Patientensicherheit beginnt bei der Berechnung von Stellenplänen

Statement von Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, zum „Patient Safety Summit" in Bonn

29.03.2017 – „Patientensicherheit und Personalknappheit passen nicht zusammen. Diese Erfahrung gibt es weltweit. Eine Reihe von Industrieländern investiert aber mehr in den Personalaufbau, als dass bei uns der Fall ist. So hat eine Befragung im Rahmen der 2011 veröffentlichten RN4Cast-Studie ergeben, dass in deutschen Krankenhäusern eine Pflegefachkraft durchschnittlich 13 Patienten pro Schicht zu versorgen hatte. In den USA waren es hingegen nur 5,3 im Durchschnitt, in den Niederlanden 7, in Schweden 7,7 und in der Schweiz 7,9.

Überall dort, wo es mehr Personal gibt, existieren in der Regel auch konkrete Vorgaben für eine Mindestbesetzung. Nicht nur in der Pflege, auch im ärztlichen Dienst brauchen wir solche Personalvorgaben, die Ärzte vor Überlastung schützen und Patienten vor Fehlern infolge von Unterbesetzung.

Im ärztlichen Dienst sind die Stellenpläne vielfach auf Kante genäht. Es fehlt an Zeit für eine individuelle Patientenversorgung, für interkollegialen Austausch und notwendige Pausen. Patientensicherheit darf sich nicht allein auf ein Höchstmaß an Hygiene, Infektionsschutz und Prozessoptimierung beschränken - Patientensicherheit beginnt schon bei der Berechnung von Stellenplänen."