Weltärztebund verurteilt Angriffe auf Krankenhäuser in Syrien

26.10.2016 – Der Weltärztebund (World Medical Association) hat auf seiner 67. Generalversammlung im taiwanesischen Taipeh die Bombardierung von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen in Syrien verurteilt und einen sofortigen Stopp der Angriffe gefordert. Seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 seien bei den Angriffen 760 Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen getötet worden.

Die Organisation forderte, die Angriffe unverzüglich und vorbehaltlos zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. An die Staatengemeinschaft appellierte der Weltärztebund, die Einhaltung internationaler Gesetze zum Schutz des medizinischen Personals sowie von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen durchzusetzen. Die Sicherheit von Ärzten, Pflegekräften und Patienten müsse auch in Konfliktsituationen gewahrt werden, heißt es in einer Dringlichkeitsresolution der Generalversammlung, an der mehr als 40 Ärzteorganisationen aus aller Welt teilnahmen.

Der Weltärztebund fasste auf seiner Tagung in Taipeh eine Reihe weiterer wichtiger Beschlüsse. In der „Deklaration von Taipeh“ gibt der Weltärztebund Ärzten ethische Empfehlungen für die Sammlung und Verwendung von identifizierbaren Gesundheitsdaten und biologischem Material in Gesundheitsdatenbanken und Biobanken. Besonders betont wird dabei das Recht auf Autonomie, Datenschutz und Vertraulichkeit. Die Deklaration wurde in einem vierjährigen Prozess von einer Arbeitsgruppe des Weltärztebundes vorbereitet, der auch die Bundesärztekammer angehörte.

Beschlüsse der 67. Generalversammlung des Weltärztebundes vom 19. bis 22. Oktober 2016