Tarifpolitik

Tarifeinigung mit Asklepios Kliniken: Gehälter steigen in zwei Stufen um insgesamt 4,3 Prozent

Ärzte haben Anspruch auf drei Tage Fortbildungsurlaub

11.07.2016 – Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte in den Asklepios Kliniken steigen in den nächsten zwei Jahren um insgesamt 4,3 Prozent. Darauf hat sich der Marburger Bund mit der Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH beim fünften Aufeinandertreffen in den diesjährigen Gehaltstarifverhandlungen geeinigt. Die vereinbarte lineare Steigerung erfolgt in zwei Stufen (2,1 % rückwirkend zum 1. Januar 2016 sowie 2,2 % zum 1. Januar 2017) und bewegt sich damit weitgehend im Rahmen der Tarifabschlüsse dieses Jahres. „Die Tarifverhandlungen waren ausgesprochen zäh und langwierig. Es ist uns am Ende aber gelungen, einen verkraftbaren Kompromiss zu erreichen“, sagte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes.

Zentrales Anliegen des Marburger Bundes war auch eine Verbesserung der weit unterdurchschnittlichen Bewertung der Bereitschaftsdienste im Asklepios-Konzern von bislang maximal 75 Prozent. Trotz der in dieser Frage völlig unnachgiebigen Haltung der Arbeitgeberseite konnte der Marburger Bund in einem ersten Schritt eine Steigerung um 2,5 Prozentpunkte erreichen. Die erhöhte Bewertung der Bereitschaftsdienste tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Rückwirkend zum 1. Januar 2016 erhöht sich darüber hinaus der Nachtzuschlag für Vollarbeit und die Inanspruchnahme in der Rufbereitschaft von 20 Prozent auf 22,5 Prozent. Neu eingeführt wird in diesem Tarifbereich erstmals ein verbindlicher, von den gesetzlichen Regelungen zur Fortbildungsfreistellung unabhängiger Anspruch auf drei Tage Arbeitsbefreiung pro Kalenderjahr. Auch dieser Anspruch gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2016, kann also bereits noch in diesem Kalenderjahr realisiert werden. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages endet am 31. Dezember 2017. Die Einigung steht noch unter einem wechselseitigen Gremienvorbehalt bis zum 31. Juli 2016.