Tarifrunde mit der Sana Kliniken AG

Sana-Ärzte machen Druck – Konzernleitung muss sich endlich bewegen!

08.06.2016 – Rund 100 Ärztinnen und Ärzte des Sana Klinikums Lichtenberg haben heute ihrem Unmut über die Haltung der Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund Luft gemacht. In einer aktiven Mittagspause setzten sie ein deutliches Signal an die Sana Kliniken AG, nun endlich eine akzeptable Verhandlungsgrundlage für verbesserte Arbeits- und Vergütungsbedingungen im Sana-Klinikum Lichtenberg zu schaffen.

In der derzeitigen Tarifrunde für die Beschäftigungsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte bei der Sana Kliniken AG ziehen sich die Verhandlungen hin. Deutschlands drittgrößter privater Klinikbetreiber droht hierdurch den Anschluss an die übrigen Tarifbedingungen in den Krankenhäusern zu verlieren. Die Haltung der Arbeitgeberseite steht im klaren Gegensatz zur wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns. Die hervorragenden Unternehmensergebnisse mit einer erheblichen Steigerung von Umsatz und Gewinn bieten ausreichend finanziellen Spielraum für ein tragfähiges Tarifergebnis.

Die Fakten:

Die Sana Kliniken AG konnte ihren Gewinn (nach Steuern) im Jahr 2015 um 15,9 Prozent im Vergleich zu 2014 auf 71,9 Mio. Euro erhöhen. Im Vergleich der letzten drei Jahre stieg der Gewinn sogar um 47 Prozent. In den zurückliegenden Jahren ist dagegen die Entwicklung der Arztgehälter im Vergleich zu anderen Tarifbereichen deutlich schwächer ausgefallen.

Die Arbeitgeber weigern sich seit Beginn der Verhandlungen vehement die Bereitschaftsdienste der Ärzte als Arbeitszeit besser zu bewerten. Derzeit werden bei der Bezahlung hier und in allen anderen Häusern in der Sana-Kliniken AG nur 75 Prozent des Bereitschaftsdienstes als Arbeitszeit bewertet. Trotz steigender Arbeitsbelastung hat sich dieser Wert seit mehr als 4 Jahren nicht verändert, während die Gewinne für die Sana Kliniken AG im gleichen Zeitraum sprudeln. Zum Vergleich: Im öffentlichen Dienst und auch bei anderen privaten Krankenhausträgern werden zum Teil bis zu 100 Prozent der Bereitschaftsdienstzeit als Arbeitszeit bewertet.