Stellungnahme des Marburger Bundes zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“

06.06.2016 – Der Marburger Bund sieht erheblichen Bedarf für einen breiten gesellschaftlichen Dialog zur Zukunft der Arbeit und begrüßt deshalb grundsätzlich die Initiative zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die veränderten technologischen Rahmenbedingungen dürfen aus der Sicht des Marburger Bundes aber nicht dazu missbraucht werden, Arbeitsschutzstandards abzusenken, um Gewinnmaximierung zu ermöglichen.

„Die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen hat zuallererst den Menschen – Beschäftigten wie Patienten – und erst in zweiter Linie der Gestaltung eines prosperierenden Geschäftsfeldes für unternehmerische Interessen zu dienen“, heißt es in der Stellungnahme des MB zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“. Der Marburger Bund empfindet es als hochgradig bedenklich, wenn zunehmend Renditeerwartungen in das Zentrum der Behandlung von Menschen gerückt werden. Der nachhaltige Umgang mit finanziellen Ressourcen kann bei der Behandlung von Menschen zwar eine Leitlinie des Gesundheitssektors, nicht jedoch deren Selbstzweck sein. Insbesondere der Umgang mit und der Schutz von Patientendaten darf nicht unter der Maxime der Optimierung wirtschaftlicher Begehrlichkeiten erfolgen.