• Marburger Bund

    Die Ärztegewerkschaft

    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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24.05.2011
Empfang des Marburger Bundes LV Berlin Brandenburg
Frühlingsempfang in Cottbus - Marburger Bund mit Musik

Ärztinnen und Ärzte sind traditionell ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in den Städten und Gemeinden. Diesem Umstand trug auch der Marburger Bund mit seinem Frühjahrsempfang am 19. Mai in der Landesärztekammer Brandenburg in Cottbus Rechnung. „Wir möchten berufspolitische Themen mit Kultur verbinden“, sagte Dr. Udo Wolter, der stellvertretende Vorsitzende des Marburger Bundes, Landesverband Berlin/Brandenburg, und zugleich Ärztekammerpräsident in Brandenburg zum Auftakt der Veranstaltung, hier im Gespräch mit  Dr. Kilian Tegethoff u. dem Hauptgeschäftsführer des MB, Herrn Ehl


Eines der zentralen gesundheitspolitischen Themen des Marburger Bundes ist der Ärztemangel, der gerade auch die Krankenhäuser betrifft. „Es kommen zu wenig fertig ausgebildete Ärzte in den Krankenhäusern an“, fasste Dr. Kilian Tegethoff, der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Berlin/Brandenburg, die Problematik zusammen. Inzwischen schließt schon für die Hälfte der Medizinstudenten eine Laufbahn als Krankenhausarzt aus. Daher will der Marburger Bund in Zukunft noch stärker für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern kämpfen. „Wir müssen die Attraktivität des Berufs erhöhen – gerade für die jungen Ärzte, die Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren wollen“, forderte Armin Ehl, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Marburger Bund. Dr. Udo Wolter wies außerdem darauf hin, dass der Ärztemangel inzwischen nicht mehr nur ein Problem des ländlichen Raums ist, sondern selbst in den Großstädten angekommen ist. „Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe findet nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit statt. Und diesen Wettbewerb drohen wir immer weiter zu verlieren“, warnte Dr. Wolter.

Daher stellt sich der Marburger Bund auch entschieden gegen die Forderung von DGB und BGA nach einheitlichen Tarifen für alle Beschäftigten in den Krankenhäusern. „Letztendlich sollen wir damit mundtot gemacht werden. Es wird immer behauptet, der Marburger Bund sei unsolidarisch. Die Realität sieht aber anders aus: Gerade dort, wo wir vom Marburger Bund gute Bedingungen für die Ärzte ausgehandelt haben, konnten die Gewerkschaften bei den Verhandlungen für das Pflegepersonal nachziehen“, stellte  Armin Ehl fest. Die besseren Bedingungen in den Krankenhäusern kommen nicht zuletzt  auch den Patienten zugute.

Doch nicht nur der gesunde Menschenverstand spricht gegen den Einheitstarif. Für Dr. Kilian Tegethoff ist auch die rechtliche Lage eindeutig: „Die freie Wahl der gewerkschaftlichen Vertretung, die sogenannte Koalitionsfreiheit ist in der Verfassung festgeschrieben. Auch das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, dass es keine Tarifeinheit gibt.“ Trotzdem stellen sich noch immer viele Politiker hinter die Forderungen von DGB und BGA. „Aber dank unseres Einsatzes ist es gelungen, eine erste allgemeine Verunsicherung in die Politik hineinzutragen. Die Botschaft des Marburger Bundes wird gehört“, so Armin Ehl. Nach seiner Überzeugung wird der Einheitstarif in der jetzt diskutierten Form sich nicht durchsetzen. „Der Marburger Bund wird aber auch eine abgeschwächte Version vom Bundesverfassungsgericht prüfen lassen“, kündigte Ehl an.

Die Politik in Cottbus weiß jedenfalls, was sie an ihren Ärzten hat. Berndt Weiße, der Dezernent für Jugend, Kultur und Soziales wies in seinem Grußwort auf die tiefe Verbundenheit zwischen der Medizin und seiner Heimatstadt hin: „Cottbus ist mit seinen Kliniken und seinen Aus- und Weiterbildungsinstituten eine Hochburg der medizinischen Betreuung in Brandenburg.“ Der Marburger Bund und die Landesärztekammer gehören für ihn genauso selbstverständlich zum reichhaltigen politischen und kulturellen Leben der Stadt wie der Karneval oder das Musikkonservatorium, das nur einen Steinwurf von der Landesärztekammer entfernt liegt. Dorthin begaben sich die Besucher des Frühlingsempfangs nach dem Ende des politischen Teils der Veranstaltung. Im historischen Konzertsaal des Konservatoriums spielten die Musikschüler sowohl klassische Schwergewichte wie Beethoven, Chopin und Haydn, als auch Stücke lokaler Komponisten wie die sorbischen Tänze von Jan Phillip Nagel .

Danach ging es zurück in die Landesärztekammer, wo der Abend mit kulinarischen Genüssen seinen gemütlichen Abschluss fand.

Mit über 50 Besuchern aus Politik, Kultur und Wissenschaft war der Frühlingsempfang des Marburger Bundes ein voller Erfolg.

Für die Zukunft sind vom Poltischen Geschäftsführer des Landesverbandes, Reiner Felsberg, ähnliche Veranstaltungen in anderen Städten Brandenburgs geplant.

Reiner Felsberg

Politischer Geschäftsführer