Zwangsmaßnahmen in ärztlicher Aus- und Weiterbildung sind kontraproduktiv

124. HV 2013 / Beschluss Nr. 16

Die 124. Hauptversammlung des Marburger Bundes hat beschlossen:

Der Marburger Bund nimmt mit großer Verwunderung zur Kenntnis, dass die Delegierten des Deutschen Hausärzteverbandes (HÄV) erneut ein Pflichtquartal für das Fachgebiet Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr fordern.

Nachdem bereits der Bundesrat diesem Ansinnen bei der Novellierung der Approbations- ordnung erfreulicherweise nicht gefolgt ist und auch der Deutsche Ärztetag 2013 in Hannover einer Zwangsweiterbildung im niedergelassenen Bereich eine Absage erteilt hat, sollte auch der HÄV endlich erkennen, dass Zwänge kontraproduktiv sind und die Akzeptanz für das Fachgebiet Allgemeinmedizin bei den jungen Ärztinnen und Ärzten weiter reduziert wird.

Die Gründe, warum zunehmend weniger Ärztinnen und Ärzte als Haus- und Allgemeinärzte tätig sein wollen, sind bekannt und werden seit Jahren diskutiert. Nur eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Vergütungen sind erfolgversprechend, nicht jedoch weitere Reglementierungen der nachrückenden Ärztegeneration.