Berufsstarterseminar: Gute Vorbereitung in das ärztliche Berufsleben

02.06.2015 – Am 28.05 2015 fand auf dem Campus Virchow Klinikum der Charité erneut das Berufsstarterseminar für angehende Ärztinnen und Ärzte statt. Die Ärztekammer Berlin, der Marburger Bund und der Wirtschafts- und Versicherungsdienst des Marburger Bundes informieren hier jedes Semester, was es zu Beginn des ärztlichen Berufslebens zu beachten gilt.

Dr. med. Peter Bobbert, 1. Vorsitzender des Marburger Landesverband Berlin/Brandenburg e.V., informierte die Teilnehmer zunächst über die Funktionen und Aufgaben der Ärztekammer Berlin als Berufsvertretung der Ärztinnen und Ärzte einerseits und die Organisation der Kammer andererseits. Hierbei stehen die Berufs- und Gesundheitspolitik, sowie die ärztliche Weiterbildung im Vordergrund. Herr Dr. Bobbert wies darauf hin, dass es sich bei der Ärztekammer um eine Pflichtmitgliedschaft handelt, für die je nach Höhe des Einkommens Beiträge zu entrichten sind. Umso wichtiger sei es daher aber auch, dass die Leistungen der Ärztekammer wie Weiterbildungsseminare und berufsrechtliche Fragestellungen aktiv in Anspruch genommen werden.

Dr. Bobbert machte den angehenden Ärztinnen und Ärzten deutlich, dass für eine effiziente Interessenvertretung eine gute gewerkschaftliche Organisation der Ärztinnen und Ärzte unerlässlich ist. Der Marburger Bund als Vertreter der angestellten und verbeamteten Ärztinnen und Ärzte biete dafür eine hervorragende Plattform, für die stetige Verbesserung der Arbeits- und Vergütungsbedingungen einerseits und die individuelle Beratung andererseits. Die Seminarteilnehmer waren beeindruckt, als Dr. Bobbert präsentierte, dass sich die Einstiegsgehälter für Ärztinnen und Ärzte an der Charité unter Mitwirkung des Marburger Bundes als Tarifpartner in den letzten 10 Jahren von 2.500 Euro auf aktuell fast 4.400 Euro erhöht haben. 

Im weiteren Verlauf erläuterte Dr. Bobbert die weiteren Kernleistungen des Marburger Bundes wie die Prüfung von Arbeitsverträgen und Arbeitszeugnissen sowie die prozessrechtliche Vertretung.

Lars Grabenkamp, Justiziar des Marburger Bundes und Fachanwalt für Arbeitsrecht, informierte die angehenden Mediziner hierüber detailliert sowie über  die wesentlichen Bestandteile eines solchen ersten Arbeitsvertrages im ärztlichen Bereich. Er ging hierbei vor allem auf die Besonderheiten wie Befristungen und Arbeitszeitregelungen (z.B. Opt-Out-Regelung) ein. Weiterhin informierte er darüber, mit welchen Kliniken der Marburger Bund arztspezifische Tarifverträge abgeschlossen hat und deren Inhalt und Umfang. Die dort beschäftigten Ärztinnen und Ärzte können sich sicher sein, dass die wesentlichen Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen in ihrem Sinne geregelt sind, angefangen bei vernünftigen Regelungen zum Bereitschaftsdienst bis hin zu adäquaten Entgelttabellen.

Da vor jedem Start ins Berufsleben eine erfolgreiche Bewerbung steht, erläuterte René Aufschlag vom Wirtschafts- und Versicherungsdienst des Marburger Bundes die Grundlagen eines Bewerbungsverfahrens, angefangen beim Bewerbungsanschreiben, über die Gestaltung eines ansprechenden Lebenslaufs bis hin zum Ablauf eines Bewerbungsgesprächs. Hier gilt es, sich bestmöglich zu präsentieren, wofür der Wirtschafts- und Versicherungsdienst des Marburger Bundes auch in Einzelgesprächen zur Verfügung steht.

Dass brutto nicht gleich netto bedeutet, verdeutlichte Anton Danilenko, ebenfalls vom Wirtschafts- und Versicherungsdienst des Marburger Bundes. Er erläuterte den Zuhörern die einzelnen Posten einer Gehaltsabrechnung und erklärte, welche Beträge für Einkommenssteuer und Sozialversicherungsabgaben monatlich abgeführt werden.

Darüber hinaus erläuterte Herr Danilenko, welche Versicherungen zum Berufsstart notwendig sind und worauf man hierbei besonders achten muss.

So konnten die angehenden Ärztinnen und Ärzte beim Berufsstarterseminar einen sehr guten ersten Eindruck darüber gewinnen, was zu Beginn ihres ärztlichen Berufslebens wichtig und unerlässlich ist.

René Aufschlag (WVD)