Pressemitteilung MB- Landesverband Berlin/Brandenburg zum Streik der Pflegekräfte

Der MB erklärt sich mit dem streikenden Pflegepersonal an den Vivantes Kliniken solidarisch

25.04.2016 – Der Vorstand des Marburger Bundes LV Berlin/Brandenburg erklärt sich mit dem Pflegepersonal von Vivantes solidarisch, das sich in den nächsten Tagen an den Streiks der Tarifrunde im öffentlichen Dienst beteiligt. Die berechtigte Forderung des Pflegpersonals der landeseigenen Unternehmen nach fairer, der Verantwortung der Tätigkeiten entsprechender Bezahlung, besserer Vergütung für Auszubildende und Praktikanten sowie einer unbefristeten Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird vom Vorstand des Landesverbands der Ärztegewerkschaft Marburger Bund vollumfänglich unterstützt.

Die Dienstleitungsgewerkschaft ver.di und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund haben in der Vergangenheit mehrfach gemeinsam vor einem Pflegenotstand durch anhaltenden drastischen Personalabbau in den Krankenhäusern gewarnt, welcher durch die fortschreitende Ökonomisierung und Rationalisierung der Gesundheitsversorgung bedingt ist.

Die Arbeitsbedingungen haben sich in den Deutschen Kliniken für alle Berufsgruppen seit Jahren kontinuierlich verschlechtert. Die Fokussierung auf wirtschaftliche Ziele der Krankenhausleitungen führt dazu, dass die Zeit für empathische Zuwendung fehlt, die Qualität der Versorgung und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie die Gesundheit der Beschäftigten auf der Strecke bleiben.

Neben einer ausreichenden Personalausstattung ist eine der anspruchsvollen Tätigkeit der Pflegeberufe angemessene, wertschätzende Vergütung mitentscheidender Faktor um die Arbeitszufriedenheit und Attraktivität der Berufe zu erhöhen, Personal zu binden und die Gewinnung von Nachwuchs bei stark steigendem Bedarf sicher zu stellen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine entscheidende Strukturvoraussetzung zur Sicherstellung der Patientensicherheit in den Krankenhäusern  eine Personalausstattung ist, die dem anfallenden Arbeitsaufwand gerecht wird.  Gerade in Bereichen personennaher Dienstleistungen, wie der ärztlichen und pflegerischen Versorgung unserer Patient/innen, aber auch im Bereich der Reinigung (Stichwort: Hygiene) ist  eine adäquate  Personalausstattung entscheidend für die Qualität  der Versorgung.  Der Marburger Bund wird sich daher jetzt und in Zukunft für festgelegte Personalbemessungszahlen für alle am Patienten tätigen im Krankenhaus einsetzen.  

Der Marburger Bund hat in mehreren Entschließungen auf seinen Hauptversammlungen, zuletzt auf seiner 127. Hauptversammlung 2015, auf den bestehenden Personalmangel in den deutschen Krankenhäusern und dessen direkte Auswirkung auf die tägliche Patientenversorgung (wie z.B. der Zunahme von Hygieneproblemen, bzw. stärkeren Ausbreitung nosokomialer Infektionen)  hingewiesen. Auch das Land Berlin verweigert sich, der gesetzlichen Verpflichtungen aus der dualen Krankenhausfinanzierung nachzukommen und die erforderlichen Investitionen der Krankenhäuser in voller Höhe zu tätigen.

Fehlende investive Mittel zwingen die Krankenhäuser dazu, Einsparungen in der erforderlichen Höhe an anderer Stelle vorzunehmen. Dies führt dazu, dass jene Mittel fehlen, die für eine zur Patientenversorgung erforderliche Personalausstattung in der Pflege, dem ärztlichen Dienst, den anderen am Patienten tätigen Berufsgruppen sowie den Servicebereichen eingesetzt werden müssten.                                                                                                                                                                      

Marburger Bund
Landesverband Berlin/Brandenburg