Musterschreiben

Urlaubsanspruch geltend machen

Aus gegebenem Anlass möchten wir auf einige Grundsätze im Zusammenhang mit der Gewährung von Urlaubsansprüchen hinweisen:

Aufgrund häufigen Personalmangel in den Kliniken, der durch Krankheit und Urlaub noch verschärft wird, möchten Arbeitgeber anscheinend berechtigte Urlaubsansprüche nicht gewähren. Wie kann Arzt/Ärztin sich dagegen schützen? :

  1. Urlaubstage müssen vom Arbeitnehmer/in rechtzeitig beantragt (geltend gemacht) werden.
  2. Es muss eine Genehmigung des konkreten Urlaubswunsches durch den Arbeitgeber vorliegen.

Hat der Arbeitgeber auf Grund des Urlaubswunsches eines Arbeitnehmers den Urlaub mit Freistellungserklärung (Genehmigung) festgesetzt, sind hieran beide Seiten gebunden. Dies gilt auch, wenn berechtigte Änderungswünsche bestehen.

Der Arbeitgeber kann die Freistellungserklärung weder zurücknehmen noch den Arbeitnehmer aus dem Urlaub zurückrufen.

Lediglich in einem Notfall, indem es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten wäre ihn an der Urlaubsgewährung festzuhalten, kann ein Widerrufsrecht gegeben sein. Die Anforderungen an einen Ausnahmefall sind hoch. Die Versuchung betriebliche Probleme zum Notfall zu machen ist groß und häufig genauso untauglich, wie Versuche Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz mit einem Notfall zu begründen.

Es muss sich nach allen Meinungen um einen nicht vorhersehbaren und nicht anders lösbaren Ausnahmefall handeln.

Bereits bestehende Personalknappheit und daraus absehbare resultierende Probleme im Falle von weiteren Erkrankungen im normalen Umfang können nicht zum Rückruf führen. Der Arbeitgeber muss für normale und absehbare Risiken Vorsorge treffen.

Ohne Genehmigung des Urlaubs darf der Arbeitnehmer nicht den von ihm gewünschten und beantragten Urlaub antreten. Selbstbeurlaubung stellt einen Fall der unentschuldigten Abwesenheit vom Arbeitsplatz dar und kann zu Abmahnung und ggfls. Kündigung führen.

Die Eintragung des Urlaubswunsches ins SP-Expert-System ersetzt nicht die Beantragung und Genehmigung des Urlaubs durch den Arbeitgeber. Auch die Zustimmung des Chefarztes ersetzt die Genehmigung des Arbeitgebers nicht.

Solange der Urlaub nicht förmlich genehmigt ist, keine Flüge buchen oder Zimmer mieten. Wenn der Urlaub nicht genehmigt wird, bleiben Sie auf den Kosten sitzen.

Lediglich ein - in einem Notfall erfolgter-  Rückruf führt, nach dem Sie den Arbeitgebers auf  die bereits entstandenen Kosten und auf die durch die Rücknahme der Buchung noch entstehenden Kosten hingewiesen haben, zur Verpflichtung des Arbeitgebers diese Kosten zu übernehmen.

Daher Immer:

  1.  Urlaubswünsche mit den Kolleginnen und Kollegen und dem Dienstvorgesetzten absprechen
  2.  Urlaubswunsch konkret beim Arbeitgeber beantragen und um unverzügliche Genehmigung bitten.  
     Wenn dieser sich nicht meldet, nachhaken. Ihn darauf hinweisen, dass Sie Buchungen vornehmen
     müssen und dies ohne die Genehmigung nicht machen können.
  3.  Kein Urlaubsantritt ohne Genehmigung des Urlaubs durch den Arbeitgeber.