Ärztekammer Nordrhein

Noch fehlen jedes Jahr 100 neue Allgemeinmediziner

110 Kliniken kooperieren mit über 400 Praxen / 51. Weiterbildungsverbund gegründet

Düsseldorf/Köln, 15.03.2016 – mhe. Die Zeit der weißen Flecken ist vorbei: Mit der Gründung des 51. Hausärztlichen Weiterbildungsverbundes - Wuppertal West finden sich nunmehr im gesamten nordrheinischen Kammergebiet vertraglich vereinbarte Kooperationen zwischen Krankenhäusern und Arztpraxen mit dem Ziel, ausreichenden Nachwuchs an Allgemeinmedizinern zu gewinnen. Insgesamt arbeiten in den 51 nordrheinischen Weiterbildungsverbünden 110 Krankenhäuser mit über 400 Praxen zusammen.

Anlass der Gründung ist in allen Fällen der in den kommenden Jahren zu erwartende Rückgang von niedergelassenen Allgemeinmedizinern. Bereits heute ist es für Hausärzte oftmals schwierig, geeigneten Nachwuchs für ihre Praxis zu finden. Um dieser Entwicklung adäquat zu begegnen, haben im Wuppertal zwei Krankenhäuser in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten nun den Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Wuppertal West gegründet - unterstützt durch die Ärztekammer Nordrhein.

„Mit der Gründung eines weiteren Weiterbildungsverbundes in Wuppertal West verstärken wir den Kampf gegen den Hausärztemangel, denn ohne Hausärzte geht es nicht“, betonte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Bernd Zimmer, bei der feierlichen Urkundenübergabe.

Vorteile des Konzepts der Verbundweiterbildung sind ein gemeinsames Curriculum, eine gesicherte Vergütung über die gesamten fünf Jahre der Weiterbildung und eine individuelle Betreuung. Die Zulassung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ist Voraussetzung, um sich als Hausarzt niederzulassen.

Innerhalb der insgesamt fünfjährigen Facharztweiterbildung absolvieren die Kandidaten in der Regel drei Jahre in der Klinik und zwei bei niedergelassenen Hausärzten. So lernen die Ärzte in Weiterbildung die Anforderungen an den Beruf des Allgemeinmediziners sowie die lokalen Strukturen umfassend kennen, ohne sich neu bewerben oder den Wohnort wechseln zu müssen.

Zum Hintergrund:
Nach den Zahlen des Bundesarztregisters sind etwa 20 Prozent der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte über 60 Jahre alt. Im Kammerbezirk Nordrhein müssten bei circa 6.000 hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen jährlich 200 neue Ärztinnen und Ärzte nachrücken, um diese Lücke zu schließen. Derzeit liegt die Zahl lediglich bei 100 Ärztinnen und Ärzten pro Jahr. Umso wichtiger sind nachhaltige Programme wie die Hausärztlichen Weiterbildungsverbünde, die in vielen Orten und Regionen Nordrheins entstehen.