Ärztekammer Nordrhein

So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben!

Kammerversammlung und Vorstand sollen künftig geschlechtsparitätisch besetzt werden

Düsseldorf, 23.03.2016 – mhe. Es reichte ein Blick in den Saal. Ärztinnen sind in dem 121-köpfigen nordrheinischen Ärzteparlament stark unterrepräsentiert. Bei der jüngsten Kammerwahl 2014 wurden nur 23 Ärztinnen gewählt, obgleich der Anteil der Frauen in der Ärztekammer Nordrhein bei 46 Prozent liegt und stetig wächst. „Um dies zu ändern, wurde ein ad-hoc-Ausschuss geschaffen, der dem Vorstand heute fünf Strategien für eine künftig höhere Teilhabe von Frauen in der Berufspolitik, insbesondere in der Kammerversammlung, im Vorstand und den Ausschüssen empfiehlt“, berichtete die Ausschussvorsitzende PD Dr. med. Maria Vehreschild aus der Fraktion des Marburger Bundes vor der 5. Kammerversammlung.

PD Dr. med. Maria Vehreschild

Derzeit sind nur drei Frauen in dem 18-köpfigen Kammervorstand. Der Anteil an Frauen in allen Ausschüssen liegt bei nur 25 Prozent. „Wie schaffen wir das, dass Frauen künftig in unserer Ärztekammer angemessen repräsentiert werden“, hatte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, in seinem Lagebericht gefragt. „Die Gegenwart ist davon geprägt, dass der Anteil der Frauen in unserem Beruf stetig steigt, und in nicht allzu ferner Zukunft werden die Frauen die Mehrheit stellen.“ Aktuell liegt der Frauenanteil bei Approbationen bei 65 Prozent.

Das Heilberufegesetz NRW zeigt die Richtung: Es bestimmt, dass bei allen Maßnahmen, Planungen und Entscheidungen die geschlechtsspezifischen Auswirkungen zu berücksichtigen sind. Anzustreben sei bei der Besetzung der Kammerorgane und Kommissionen eine geschlechtsparitätische Besetzung. Dies gelte es bei den Wahlvorschlägen der Kammerwahl 2019 zu berücksichtigen. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Kammerversammlung mit großer Mehrheit.

Als Strategien empfahl der Ad-hoc-Ausschuss: Eine ausgewogene Teilhabe der Geschlechter bei der Besetzung des Vorstandes, der Kammerversammlung, und Ausschüsse. Die Einführung einer Stellvertreterregelung für Ausschussmitglieder in besonderen Lebenssituationen und eines Zuschusses für die Betreuung Angehöriger zu Sitzungsterminen. Die Erstellung von Regeln zur Organisation der Arbeit von Ausschüssen und mehr Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement.