Bezirksärztekammer Trier – Kammerwahl 2016

„Wir müssen die verschobenen Verhältnisse zwischen Ökonomie und Ethik in der Medizin wieder zurechtrücken!“

Rudolf Henke und Dr. med. Günther Matheis: Stärken Sie mit Ihrem Votum für den Marburger Bund die Durchsetzungskraft unserer Ärztekammern

Trier, 22.06.2016 – mhe. Die Ökonomie nimmt in den vergangenen Jahren einen immer stärkeren Einfluss auf die medizinische Behandlung von Patienten in Krankenhäusern. „Mittlerweile steht die Ökonomie sogar im Begriff, die Medizin zu dominieren“, warnt der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, anlässlich des Auftaktes der Kammerwahl in einem Vortrag zum "Krankenhaus der Zukunft" in der Bezirksärztekammer Trier. „Ist es nicht die wichtigste Frage, wie wir die verschobenen Verhältnisse wieder gerade rücken können?“ Auch Dr. med. Günther Matheis, Spitzenkandidat des Marburger Bundes bei der Kammerwahl in Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Bezirksärztekammer Trier, unterstrich: „Das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Medizin berührt unser ärztliche Ethik fundamental. Hier müssen wir uns als Ärztinnen und Ärzte klar für die Bedürfnisse unserer Patienten positionieren!“

„Es ist kein einfaches Thema. Jeder von uns kennt Kliniken, wo Ökonomie immer mehr Eindruck hinterlässt. Der äußere Druck hält an, steigt sogar. Und die Dramataisierung von Einzelfällen in den Medien schadet mitunter der gesamten ärztlichen Glaubwürdigkeit“, betonte Rudolf Henke weiter.

„Wenn ein Patient das Gefühl hätte, er bekommt bei einer Operation in einer Klinik nur diejenige, die der Klinik den bestmöglichen Ertrag oder einen Ausgleich in der Budgetierung sichert, wäre es fatal. Wie soll ein Patient dann noch einem Arzt vertrauen? Jeder von uns könnte auch ja betroffen sein und stünde dann ebenso ratlos da.“

„Das Kernelement unseres Berufes ist das indikationsgerechte Handeln. Das ist unsere Kerntugend“, betonten Rudolf Henke und Dr. med. Günther Matheis. Es sei ganz entscheidend, „dass jeder Einzelne von uns aktiv mitwirkt, um unseren guten Ruf zu verteidigen“.

Jeder von uns ist ebenfalls jetzt aufgerufen, sich an den Kammerwahlen zu beteiligen, um unsere ärztlichen Interessensvertretungen, die Ärztekammern in Rheinland-Pfalz, mit der nötigen Durchsetzungskraft gegenüber der Politik und den Kassen auszustatten.

Rudolf Henke und Dr. med. Günther Matheis warben für die Kandidaten-Listen des Marburger Bundes. „Eine klare Mehrheit der Kammermitglieder in RLP ist angestellt oder beamtet, in den Gremien der rheinland-pfälzischen Ärztekammern ist das aber längst noch nicht so.“ Nur mit dem Votum für den Marburger Bund können die Mehrverhältnisse jetzt fair ausbalanciert werden. Die Abgabefrist ist der 4. Juli 2016 um 18 Uhr.

Rudolf Henke und Dr. med. Günther Matheis verwiesen ferner auf den zentralen Punkt der zukünftigen Versorgung in Kliniken, die finanziellen Rahmenbedingungen. Sie kritisierten die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz, die ihren gesetzlichen Verpflichtungen zur Krankenhausfinanzierung seit Jahren nicht nachkommen. Jedes Jahr fehlen allein in Rheinland-Pfalz 180 Millionen Euro für dringliche Investitionen in den 90 Kliniken.

Die chronische Unterfinanzierung verursacht Defizite in den Kliniken und bringt jede zweite Klinik in Existenzgefahr. „Manche Klinik sieht nur noch einen Ausweg aus dem Dilemma und versucht bei Behandlungen Mengen zu machen“, erklärte Rudolf Henke. Die meisten Kliniken müssen täglich Betriebsmittel für Patienten oder Medikamente zweckentfremden, um notwendige Investitionen zu finanzieren. Fehlende Ländermittel, sprich Ökonomie, hat gefährliche Auswirkungen für die Bevölkerung. „Denn aus ärztlicher Sicht müsste der tatsächliche Maßstab sein, was ist für die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung notwendig“, schloss Dr. med. Günther Matheis.