Pressemitteilung des Marburger Bundes NRW/RLP zum Kölner Klinikverbund

Kliniken der Stadt Köln brauchen eine tragfähige Strategie

Michael Krakau: Klinikum Dortmund könnte Vorbild für Sanierung sein

Köln, 13.12.2017 – Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen-Rheinland-Pfalz verfolgt die politische Initiative der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, aus der Uniklinik Köln und den Kliniken der Stadt Köln einen neuen Klinikverbund zu schmieden, mit großem Interesse. „Es ist zweifellos ein interessantes und bundesweit einzigartiges Projekt“, erklärt Michael Krakau, zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP.

„Wir werden das Projekt aus ärztlicher Sicht konstruktiv, aber auch kritisch begleiten. Wie auch immer der neue Klinikverbund letztlich genau gestaltet werden wird, für alle betroffenen Ärztinnen und Ärzte beider Kölner Kliniken müssen die arztspezifischen Tarifverträge des Marburger Bundes weiterhin gelten“, betont Michael Krakau. Die Gründung eines neuen Klinikverbundes müsse in den Parteien in Köln diskutiert und die Entscheidung letztlich von dem Kölner Stadtrat gefällt werden. Bisher seien aber nur wenig handfeste Reaktionen auf Rekers Initiative zu vernehmen.

Während Rekers Vorstoß in den Parteien des Kölner Stadtrats auf ein geteiltes Echo stieß, verweist Michael Krakau auf die seit 2012 anhaltend schwierige finanzielle Situation der Kliniken der Stadt Köln. „Unabhängig von Henriette Rekers Klinikverbundplänen benötigen die Kliniken der Stadt Köln dringend eine tragfähige Strategie, um die medizinische Versorgung in der rheinischen Metropole auch alleine weiterhin sicherstellen zu können“, betonte Michael Krakau.

Es dürfe nicht der einzige Weg sein, die Kliniken der Stadt Köln durch eine Fusion aus der Krise zu führen, um so eine womöglich letztendlich drohende Privatisierung zu vermeiden. Auch die Hoffnungen in der Kölner Politik, durch den neuen Klinikverbund in Köln finanzielle Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe zu erzielen, sei zwar verständlich, aber wenig realistisch, erklärt Michael Krakau.

„Die Kliniken der Stadt Köln brauchen vielmehr ein eigenständiges Sanierungskonzept. Bei dem strategischen Prozess ist auch die Kölner Politik gefordert. Das ein großes Klinikum auch angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser durchaus schwarze Zahlen schreiben kann, zeigt uns etwa das Klinikum Dortmund, das nach vielen Jahren mit erheblichen Millionendefiziten endlich konsolidiert ist“, unterstreicht Michael Krakau weiter.

Die Kliniken der Stadt Köln haben eine über 200-jährige Geschichte und sind heute neben der Uniklinik Köln der größte medizinische Leistungserbringer in der rheinischen Metropole. Über 170.000 ambulante Eingriffe und rund 63.000 stationäre Patientenversorgungen werden jährlich an den drei Klinik-Standorten in Holweide, Merheim und an der Amsterdamer Straße erbracht.