Landesamt für Statistik NRW

Zahl der Pflegebedürftigen steigt in 34 Jahren um bis zu 58 Prozent an

Statistiker kalkulieren mit zwei Berechnungsmodellen / Schlimmstenfalls über 920.000 Pflegebedürftige

Köln, 12.12.2016 – mhe. Mit einer Modellrechnung versucht das nordrhein-westfälische Landesamt für Statistik die Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen in NRW besser zu prognostizieren. Die amtliche Statistikstelle des Landes NRW kalkulierte dabei mit zwei Berechnungsvarianten. Demzufolge werden im Jahr 2060 zwischen 31 und 58 Prozent mehr Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen sein als 2013. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass in 34 Jahren mindestens 763.400 und schlimmstenfalls über 920.000 der derzeit gut 18 Millionen Einwohner in NRW auf Pflege angewiesen werden sein.

Die Statistiker haben mit zwei Varianten gearbeitet: Bei der ersten, konstanten Variante haben sie unterstellt, dass die durchschnittlichen Pflegequoten aus den Jahren 2011 und 2013 in Zukunft unverändert bleiben. Nach dieser Variante wird die Zahl der Personen, die Pflegeleistungen erhalten, von 581.500 Personen im Jahr 2013 bis 2055 kontinuierlich auf 947.000 Personen ansteigen (plus 63 Prozent).  Danach wird es bis zum Jahr 2060 einen moderaten Rückgang auf 920.500 Personen geben.

Das zweite Rechenmodell, die Trendvariante, geht davon aus, dass mit einer steigenden Lebenserwartung auch eine bessere Gesundheit verbunden sein wird, sodass die pflegefreie Lebenszeit ansteigt. Die Trendvariante zeigt bis 2055 zwar ebenfalls diesen generellen Verlauf, sie liefert aber mit 787.000 Pflegepersonen (plus 35 Prozent) ein niedrigeres Ergebnis. Der bis 2060 folgende Rückgang auf 763.400 Personen liegt in ähnlicher prozentualer Größenordnung wie bei der konstanten Variante.

Ergebnisse für Kreisfreie Städte und Kreise finden Sie unter:
https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2016/pdf/318c_16.pdf
Regionalergebnisse der Pflegestatistik für das Jahr 2013 finden Sie unter:
https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2015/pdf/28a_15.pdf

Regionalergebnisse der Pflegestatistik für die Jahre 2009, 2011 und 2013 finden
Sie unter:
https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2015/pdf/28b_15.pdf