Kliniken der Stadt Köln

Defizite weitaus höher als bisher bekannt geworden

Eigenkapital vermutlich bereits 2018 aufgezehrt / MB-Infoveranstaltung am 22. März

06.03.2018 – mhe. Die Kliniken der Stadt Köln haben im Vorjahr offenbar ein weitaus größeres Defizit erwirtschaftet, als bisher bekannt geworden wurde. In einem Bericht der Geschäftsführung vom November vorigen Jahres wird der Verlust bereits auf acht Millionen Euro beziffert, rund vier Millionen Euro mehr als bisher bekannt, berichten die lokalen Medien. Das ohnehin in den vergangenen Jahren stark geschmolzene Eigenkapital der Kölner Kliniken - es betrug im Jahr 2011 noch rund 65 Milionen Euro - sei damit im Laufe des Jahres 2018 vermutlich vollständig aufgebraucht. Vorsorglich sei bereits ein Insolvenz-Anwalt beauftragt worden.

Bisher war lediglich von einem Defizit in Höhe von 4,7 Millionen Euro berichtet worden. Vermutlich erhöht sich das Defizit noch weiter, denn durch Ausfälle von Forderungen gegen Krankenkassen und durch Wertberichtigungen wegen der Finanzlage des Tochterunternehmens Rehanova liegen wirtschaftliche Risiken in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro vor.

Die Finanzlage der Kliniken der Stadt Köln setzt die Stadt Köln unter Handlungsdruck und schwächt zugleich die Verhandlungsposition der Kliniken angesichts der angestrebten Übernahme durch die Universitätsklinik Köln.

Um über die aktuelle Lage und die möglichen Entwicklungen zu informieren, lädt der der Marburger Bund NRW/RLP alle Mitglieder und interessierten Ärztinnen und Ärzte am 22. März 2018 um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Kliniken der Stadt Köln - Kooperation - Fusion - Übernahme“ ein.

Veranstaltungsort: Ärztehaus Köln, Sedanstraße 10-12, 50698 Köln.