Deutscher Caritasverband - Regionalkommission NRW

Nur ausgezeichnete Ärzte-Gehälter sichern die Zukunft der 250 katholischen Kliniken

Prof. Dr. Ingo Flenker: 14.000 Ärztinnen und Ärzte erwarten klares Signal!

Köln, 16.07.2013 – Anlässlich der morgen beginnenden zweitägigen Sitzung der Regionalkommission (RK) NRW des Deutschen Caritasverbandes fordert der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz, dass das paritätisch besetzte Caritas-Gremium mindestens den Tarifabschluss für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken (TV-Ärzte/VKA) vollständig übernimmt. „Die über 14.000 Ärztinnen und Ärzte an den rund 250 katholischen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen haben einen Anspruch auf eine faire und marktgerechte Vergütung ihrer ärztlichen Arbeit“, erklärte Prof. Dr. med. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP.

„Nach dem wegweisenden Vergütungs-Beschluss der Bundeskommission der Caritas am 13. Juni ist es nun Aufgabe der Dienstgeber und Dienstnehmer in der RK NRW, für die katholischen Kliniken in NRW die Höhe der ärztlichen Vergütung mindestens entsprechend dem längst üblichen Marktstandard für Ärzte anzupassen“, forderte Prof. Flenker.

Der TV-Ärzte/VKA sieht für die 55.000 Kolleginnen und Kollegen an kommunalen Kliniken u.a. eine zweistufige lineare Erhöhung der Gehälter zum 1. Januar 2013 um 2,6 Prozent und zum 1. Januar 2014 um weitere zwei Prozent vor.

Zurzeit sind schon über 6000 Arztstellen in deutschen Krankenhäusern nicht besetzt. Die bevorstehende Pensionierungswelle bei Ärzten wird das Problem der Stellenbesetzung noch weiter verschärfen. „Jeder Ökonom weiß, dass sich in der Zeit des Ärztemangels ausgezeichnete Ärztinnen und Ärzte nur noch dann gewinnen und in den Kliniken halten lassen, wenn ein Krankenhaus seine Leistungsträger auskömmlich bezahlt.“

„Im Wettbewerb um die besten Ärzte auf dem ohnehin zu knappen Arbeitsmarkt ist - wie in vielen anderen Branchen auch - die Attraktivität eines Arbeitsplatzes eng mit der Frage der Vergütung gekoppelt. „Wem es im Bereich der Deutschen Caritas nicht gelingt, Ärztinnen und Ärzten gute Arbeitsbedingungen und attraktive Gehälter anzubieten, der gefährdet letztlich die Zukunft der katholischen Krankenhäuser“, erinnert Prof. Flenker.

Jede besetzte Arztstelle sichere sechs bis acht nichtärztliche Stellen. „Kliniken befinden sich in einem von der Politik gewollten Existenz-Wettbewerb, in dem nur diejenigen Krankenhäuser die nächsten Jahre überstehen können, die die besten Ärztinnen und Ärzte gewinnen und mit ihren Beschäftigten die höchste Behandlungsqualität aufweisen.“