Interview mit Gregg Frost

Gregg Frost
Assistenzarzt, Palliativmedizin, CaritasKlinikum Saarbrücken

 

„Das Thema Rente ist auch für uns junge Ärztinnen und Ärzte wichtig.“

 

 

 

MB Saarland: Die Rente ist für Sie persönlich noch weit entfernt, dennoch beschäftigen Sie sich mit der Thematik. Warum?

Gregg Frost: Für die meisten jungen Ärztinnen und Ärzte liegt der Renteneintritt noch in weiter Ferne, allerdings genügt schon ein Blick auf die Gehaltsabrechnung, um zu sehen, dass ein großer Teil des Gehalts in die Zukunft investiert wird. Daher sollten wir uns auch als junge Ärztinnen und Ärzte schon früh mit der Frage beschäftigten, was mit diesem Geld passiert.

Sind Ärztinnen und Ärzte im Alter gut versorgt?

Wir Ärztinnen und Ärzte haben als Mitglieder des Versorgungswerks eine deutlich höhere Rente zu erwarten als bei der Deutschen Rentenversicherung. Dies liegt daran, dass die Ärzteversorgung durch unser angespartes Kapital und nicht per Umlage finanziert wird. Die Finanzierung der Versorgungswerke erfolgt rein über die Beiträge ihrer Mitglieder. Auch bei der Berufsunfähigkeit und der Hinterbliebenenversorgung sind wir Ärzte deutlich besser abgesichert als in der Deutschen Rentenversicherung. Aber dieses System steht aufgrund der demographischen Entwicklung und der schwierigen Situation auf dem Kapitalmarkt vor großen Herausforderungen.

Wie sicher ist die Rente für Ärztinnen und Ärzte in der Zukunft noch?

Das ist die große Aufgabe. Durch die derzeitigen Veränderungen wird es vermutlich auch Überlegungen geben müssen, Leistungen zu kürzen oder zu verändern. Dies darf aber nicht zulasten der jüngeren Generation erfolgen, sondern muss allen Generationen gerecht werden. Die Altersversorgung muss für alle Ärztinnen und Ärzte sichergestellt werden. Dafür steht der Marburger Bund seit Jahren und deshalb ist es wichtig sich in der Kammer zu engagieren und den angestellten Ärztinnen und Ärzten eine Stimme zu geben.