Interview mit Dr. Almira Kovacevic

Dr. Almira Kovacevic
Assistenzärztin, Nephrologie, SHG Klinik Völklingen

 

„Für die Ausübung des ärztlichen Berufs ist die Sprache ein essentieller Bestandteil.“

 

 

MB Saarland: Wie erleben Sie die Situation ausländischer Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken?

Dr. Almira Kovacevic: Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die ausländischen Kollegen nicht aufrechterhalten. Tagtäglich erlebt man aber, wie schwer es die ausländischen Ärztinnen und Ärzte haben, sich in den Kliniken zu integrieren. Für die Ausübung des ärztlichen Berufs ist die Sprache ein essentieller Bestandteil. Wenn die berufsbezogene Kommunikation mangelnd ist, drohen Missverständnisse und vor allem leidet der Austausch mit Patienten und Kollegen. Die bisher verlangten Grundkenntnisse der deutschen Sprachen reichen nicht aus. Ebenso fehlen Informationen über das deutsche Gesundheitswesen.

Was muss sich an den Sprachkursen ändern?

Die Sprachkurse müssen dringend umstrukturiert werden. Die tägliche Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen sowie den Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen muss im Mittelpunkt stehen. Nur so kann die Belastung durch die dadurch resultierende Mehrarbeit für die anderen Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken auf ein Minimum reduziert werden.

Wie könnte man die Situation in den Kliniken verbessern?

Neben einer besseren sprachlichen Verständigung ist es wichtig, dass deutsche Ärztinnen und Ärzte die Kollegen aus dem Ausland unterstützen. Damit die ausländischen Kollegen integriert werden können, muss ein Austausch stattfinden. Dazu braucht es Kooperationen und Angebote. Die Beratung, Betreuung und Fortbildung immigrierter Ärztinnen und Ärzte sollte dabei im Mittelpunkt stehen, dafür möchte ich mich aktiv als Marburger Bund Mitglied einsetzen.