_ Leserforum
Was Bisher war es die Aufgabe der Kammern, den Nachwuchs im Sinne der Pfründesicherung für die Altvorderen zu drangsalieren und am Fortkommen zu hindern. Die Inhalte der Weiterbildungsordnungen sind eher Horte der Selbstbeweihräucherung und fachlichen Selbstbezogenheit als profund begründete Kenntnisse des jeweiligen Fachgebietes. In Zukunft wird der Markt härter: Chefärzte, die keine Ermächtigung haben, können hinsichtlich der Personalrekrutierung einpacken. Somit können Chefärzte und ganze Krankenhäuser kammerseitig existentiell bedroht werden. Dann kann sich niemand den Kammern entgegenstellen. Schon der Verlust von PJ-Studenten würde den Zusammenbruch der Abläufe bedeuten. Wer eigentlich kann diesen bürokratischen Ungetümen etwas entgegenhalten? Für den Nachwuchs ist es auch nicht möglich. Wie früher auch werden die Kammern ihre Möglichkeiten nicht zum Vorteil der Ärzte nutzen. Die Geschichte zeigt jahrelange Ausbeutung und Drangsalierung. In den Kammern hat sich darüber nie jemand aufgeregt. Warum sollte es anders werden?
Ich bin auch überhaupt nicht überzeugt, dass die Umfragen zum Vorteil der Befragten eingesetzt werden. Ich meine, dass die Kammern diese Aufgabe nicht auch noch übernehmen sollten. Am Ende hat keiner mehr was zu sagen und wir dürfen alle nur noch nach den Kammern kotauen… Ich sehe den Hauptfeind nicht im Chefarzt und die Stoßrichtung, auf diese Druck aufzubauen durch eine kammergeführte Befragung, wird unsere Position eher schwächen. Der Weg in den Bürokratie-Dschungel, bevormundet von mehr oder weniger motivierten Sachbearbeitern, ist alles andere als wünschenswert. Die ganze Weiterbildungsdiskussion im MB sollte nicht den Charakter einer kindlichen Trotzreaktion haben.
Name des Facharztes der Redaktion bekannt
Evaluation der Weiterbildung
Trotz Nachfrage keine Zugangscodes
Leider war es uns Ärztinnen in unserem kleinen Haus auch nicht möglich, an der Weiterbildungsumfrage teilzunehmen. Trotz Nachfrage gab es für uns keine Zugangscodes. Dies liegt sicher mit daran, dass wir beide Oberarztstellen nicht besetzt haben und wir gemeinsam mit unserer Chefärztin versuchen, die Situation irgendwie zu meistern bzw. zu überleben.
Name ist der Redaktion bekannt
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