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Weiterbildung
Versprochen: Ergebnisse der Evaluation bis Mitte März
Dr. Koch: „Jeder, der mitgemacht hat, kann auch die Ergebnisse und Auswertungen anschauen“
Die Evaluation der Weiterbildung bleibt ein zentrales Anliegen der Ärztekammern, mit deren Hilfe Verbesserungen erreicht werden sollen. MBZ-Redakteur Dr. Lutz Retzlaff sprach mit Dr. Hans Hellmut Koch, Vorsitzender der Ständigen Konferenz und des Ausschusses „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer, über das laufende Verfahren.
Wie ist die Evaluation aus Ihrer Sicht bislang gelaufen?
Dr. Hans Hellmut Koch: Die Beteiligung der Weiterbildungsbefugten war mit knapp 70 Prozent bundesweit recht gut. Die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung war dagegen mit rund 34 Prozent nicht so hoch, wie wir uns das gewünscht haben. In der Schweiz, wo eine ähnliche Evaluation durchgeführt wird, ist diese Rate etwa doppelt so hoch. Allerdings können wir über die Gründe momentan nur spekulieren. Wir müssen darauf warten, dass die endgültigen Ergebnisse vorliegen, um zu prüfen, was man bei der Befragung im nächsten Jahr besser machen kann. Mit dem technischen Ablauf können wir prinzipiell zufrieden sein. Einziger Knackpunkt ist aus Sicht der Bundesärztekammer die erwähnte niedrige Beteiligung der Ärzte in Weiterbildung.
Gibt es zu den Gründen für die niedrige Beteiligungsrate aus Ihrer Sicht bereits Hinweise?
Dr. Koch: Vor der endgültigen Auswertung möchte ich dazu nichts Endgültiges sagen. Natürlich gibt es mögliche Gründe. Dazu zählt, dass die Bögen von den Weiterbildungsbefugten vielleicht nicht weitergegeben wurden. Eine andere Möglichkeit ist, dass einige Kollegen die Befürchtung hatten, die Anonymität hätte für sie nicht gewährleistet sein können. Die Anonymität halten wir allerdings für vollständig gegeben. Vielleicht ist die Weiterbildung aber auch nicht so schlecht, wie oft behauptet wird. Wer keine Änderung wünscht, dessen Motivation an der Evaluation mitzumachen könnte gering sein. Vielleicht ist es aber auch ein Gefühl der Frustration: „Was soll ich da mitmachen. Es ändert sich ja doch nichts.“ Erst wenn wir die Ergebnisse Ende Februar/ Mitte März haben, können wir wirklich in die Analyse gehen. Rein statistisch kann das Ergebnis durchaus als repräsentativ betrachtet werden. Das allein befriedigt jedoch nicht. Auch in der Schweiz waren die Beteiligungsquoten anfangs niedriger. Diese mussten erst wachsen.
Ist bereits im derzeitigen Stadium an Verbesserungen gedacht?
Dr. Koch: Tatsächlich weichen wir an einem Punkt von den bisherigen Planungen ab. Ein Kritikpunkt war von Anfang an, dass die Weiterbildungsassistenten keinen eigenen Zugriff auf die Daten ihrer Einrichtung haben sollten. Wenn die Daten veröffentlicht sind, dann kann jeder, der an der Befragung teilgenommen hat, also eine Code-Nummer besitzt, sich wieder in das System einloggen und die Zahlen seiner Klinik, die Zahlen verschiedener Kliniken im Vergleich bzw. Länder im Vergleich anschauen. D. h. jeder der mitgemacht hat, hat die Möglichkeit, sich die vollständige Auswertung anzuschauen.
Das gilt nur für jene, die mitgemacht haben?
Dr. Koch: Ja, nur jene, die mitgemacht haben, haben auch das Recht, von der Auswertung in diesem großen Maße zu profitieren. Wir werden Ende Februar oder Anfang März eine große Aktion starten, um allen Beteiligten mitzuteilen, dass sie sich die Daten anschauen können. Dann sollten in den Abteilungen die Diskussionen über die Ergebnisse und mögliche Verbesserungen losgehen.
Was ist zu beachten?
Dr. Koch: Ab Ende Februar/Mitte März sollten alle Betroffenen darauf achten, wann die Meldung kommt, dass die Ergebnisse freigeschaltet sind. Dann sollte man selbst im Internet nachschauen und seinen Befugten auf die Daten ansprechen. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) hat der Bundesärztekammer diesen Termin fest zugesagt.
Ein anderer Knackpunkt bzw. eine Forderung im Zusammenhang mit der Evaluation ist eine Meldepflicht für die Weiterbildung …
Dr. Koch: Dies wäre eine schöne Sache; sie ist aber zu aufwändig. Sie müssten in der Weiterbildungsordnung oder in der Meldeordnung festlegen, dass jeder verpflichtet ist, sich sofort zu melden, wenn er eine Weiterbildung beginnt oder sich etwas ändert. Allein die Bayerische Landesärztekammer müsste drei bis vier zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um den damit verbundenen bürokratischen Aufwand zu bewältigen. Und dann stellt sich die Frage: „Was passiert mit jemandem, der sich nicht meldet?“ Wird dann die Weiterbildung nicht anerkannt? Dies sind nur einige Punkte, die einer allgemeinen Meldepflicht für die Weiterbildung im Wege stehen. In der Schweiz funktioniert die Evaluation der Weiterbildung auch ohne Meldepflicht. Warum sollen wir dies in Deutschland nicht schaffen?
Nun könnte Konkurrenz zumindest für die Weiterbildung der Allgemeinmedizin in Form der Koordinierungszentren erwachsen. Wie bewerten Sie dies?
Dr. Koch: Im Paragraf acht der Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in der ambulanten und nationalen Versorgung wurde tatsächlich die Evaluation der Weiterbildung festgeschrieben. Entsprechend dem zugrunde liegenden GKV-Solidaritätsstärkungsgesetz aus dem Jahre 2009 wurde die Bundesärztekammer nur im Benehmen genannt. Das heißt, es gibt nur einen Vertrag zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Deutscher Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen. Die Bundesärztekammer wird lediglich ins Benehmen gesetzt. Im Vertrag gibt es tatsächlich Formulierungen, die den Ärztekammern nicht so gut gefallen. Die Koordinierungsstellen und deren Geschäftsführungen müssen bei der Kammer angesiedelt sein. Nur diese können das, was im Vertrag steht, wirklich umsetzen. Zumindest in Bayern wird es wohl so gemacht. Ich habe keine Kenntnis darüber, wie dies in den anderen Länderkammern aussieht.
Wie geht es mit der Evaluation der Weiterbildung weiter?
Dr. Koch: Nächstes Jahr, Anfang 2011, werden wir die Evaluation erneut durchführen. Sie wird vor der Sommerpause 2011 abgeschlossen sein. Wir denken auch darüber nach, dass das Ergebnis wie in der Schweiz veröffentlicht werden muss. Dies ist jedoch Zukunftsmusik.
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