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 _ Summer School

Mit Hirn, Herz und Hand …
Einblicke für Medizinstudierende in die Unfallchirurgie

Von Henrik Berthel*

Männerdomäne, Ellenbogengesellschaft, Knochenjob, familienfeindlich. Es ist häufig dieses Bild, das von der Fächergemeinschaft Orthopädie/Unfallchirurgie gezeichnet wird. Dies sind Attribute, die in Zeiten des Ärztemangels die Rekrutierung von Nachwuchs nicht immer einfach gestalten.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hat nun 2009 unter Federführung der Incoming Presidents Prof. Norbert Südkamp (Freiburg) und Dr. Daniel Frank (Leverkusen) erstmals eine Summer School für ambitionierte Studenten organisiert. 13 Funktionäre der DGOU und des Jungen Forums betreuten zwanzig Studierende. Es waren zehn Studentinnen und zehn Studenten – und dies, obwohl sich keine einzige Frau im geschäftsführenden Vorstand der DGOU oder im Kreise der Referenten finden lässt: „Der technische Fortschritt hat die Unfallchirurgie leichter gemacht…“, kommentierte Prof. Hans Zwipp (Dresden), Präsident der DGOU.

Neben kurzweiligen Referaten zu Grundzügen der Fachgebiete, Aus- und Fortbildungsperspektiven und Grundlagen bestimmter OP-Techniken, wurden diese auch angewandt. So gab es einen Gipskurs, Osteosynthese-Übungen und einen ausführlichen Arthroskopiekurs. Alles wurde intensiv betreut und die Atmosphäre war angenehm.
Die vielen Facetten des ­Be­rufes sollten beleuchtet werden. Die Besichtigung einer modernen, karteikartenlosen ­Arzt­praxis sowie der OP-Einheiten der Universitätsklinik Freiburg gehör­ten genauso zum Programm wie ­Gesprächsrunden mit Professoren und Assistenzärzten. Hier bot sich die Chance, ­un­gezwungen über Karrie­remöglichkeiten in Forschung, Lehre, Krankenhaus, aber ­auch Verdienstmöglichkeiten, Arbeits­zeiten und Hierarchien zu sprechen.

Also: Man sollte fragen! Und: Es wurde auch geantwortet. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Spitzenkräfte der deutschen Orthopäden/Unfallchirurgen nahmen sich die Zeit für den Nachwuchs. Ungewohnt war dies für beide Seiten. Jedoch angesichts der Nachwuchssorgen in der Medi­zin nach­vollziehbar und sogar dringend notwendig. Denn eins ist klar: „Die Kliniken müssen heut­zutage anbieten! (…) Die Zei­ten, in denen sich die Jungen hinten anstellen und darauf warten, dass etwas passiert, sind vorbei“, stellte Dr. Frank fest. Und was für einzelne Kliniken gilt, das trifft für den Dachverband zweier großer Fachgebiete im Besonderen zu.
Die Summer School war also mehr als nur eine Vertiefung von Wissen. Sie war Plattform für praktisches Arbeiten, perspektivische Gespräche und zum Knüpfen erster Netzwerke.

Mein Fazit: Authentizität, ein „Generalsekretär zum Anfassen“ und zahlreiche Begegnungen auf Augenhöhe – die Summer School hat mir gut gefallen! Man kann der DGOU zu dieser Veranstaltung ausdrücklich gratulieren und auf Fortsetzung und Nachahmung hoffen.

*Henrik Berthel ist Vorsitzender des Studentischen Arbeitskreises des Marburger Bundes Sachsen; E-Mail: henrik.berthel@googlemail.com

 
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