Berlin, 19. Mai 2006 - Nr. 34/06
Tarifvertrag zwischen Bsirske und Möllring gilt nicht für Klinikärzte Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wehrt sich gegen eine mögliche Anwendung des heute (19. Mai) zwischen Verdi und Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vereinbarten Tarifabschlusses auf die Ärzte der Universitätskliniken und Landeskrankenhäuser. „Verdi organisiert nur eine Handvoll Ärzte in den Kliniken und hat deshalb keine Legitimation, Tarifverträge für Mediziner abzuschließen. Ich kann den TdL-Vorsitzenden Hartmut Möllring nur davor warnen, diesen Tarifvertrag auf die Ärzte anzuwenden“, so der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Die einzige gewerkschaftliche Interessenvertretung der 146.000 angestellten und beamteten Ärzte in Deutschland sei der Marburger Bund, der zurzeit mehr als 105.000 Mitglieder organisiert. Montgomery: „Sollte es Herr Möllring wagen, den seit neun Wochen streikenden Ärzten diesen Tarifvertrag überzustülpen, wird er in den Unikliniken eine Streikexplosion erleben.“ Mit ihren massenhaften Eintritten in die Ärztegewerkschaft hätten die Klinikärzte bewiesen, dass sie nicht von Verdi, sondern ausschließlich vom Marburger Bund vertreten werden wollen. Nach dem Entzug der Verhandlungsvollmacht für Verdi im September 2005 sei die Mitgliederzahl des MB bis zum Jahresende 2005 um über 20.000 auf insgesamt weit über 100.000 angestiegen. Die Tatsache, dass die TdL im Oktober 2005 Tarifverhandlungen für einen arztspezifischen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund aufgenommen hatte, unterstreiche den Anspruch der Ärztegewerkschaft, als Tarifverhandlungspartner für die Klinikärzte zu gelten. „Herrn Möllring muss klar sein, dass er mit der drohenden Streikverschärfung den Ruin der deutschen Hochschulmedizin riskiert“, so Montgomery. Er forderte den Vorsitzenden der TdL auf, unverzüglich wieder Tarifverhandlungen mit dem MB für die 22.000 Universitätsärzte aufzunehmen.
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