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 _ Pressemitteilung

Berlin, 30. Mai 2006  -  Nr. 39/06

Marburger Bund ruft Bundesländer zur Beilegung des Tarifkonfliktes an den Unikliniken auf

Einen Tag vor der Sitzung der Landesfinanzminister in Berlin hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) heute (31. Mai) die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) aufgefordert, die Verhandlungen für einen arztspezifischen Tarifvertrag wieder aufzunehmen. „Die Konferenz der Finanzminister sollte einen Beschluss der Vernunft fassen, um den Tarifkonflikt im Sinne der Patienten, Ärzte und Kliniken zu entschärfen“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Der Marburger Bund sei zu fairen Verhandlungen bereit, an deren Ende ein für beide Seiten tragfähiger Kompromiss stehen müsse..

Die Tatsache, dass die Klinikärzte nunmehr in der elften Woche streikten, belege jedoch, dass die bisherigen Angebote der Arbeitgeber absolut unzureichend seien. Montgomery: „Das letzte Angebot der TdL würde insbesondere jungen Ärzten das Gehalt um über 8,5 Prozent kürzen.“ Angesichts zunehmender Ärzteflucht ins Ausland und der sich verstärkenden Demotivierung der hier verbliebenen Mediziner komme man nicht um einen Ärzte-Tarif umhin, der bessere Arbeitsbedingungen und international übliche Gehälter garantiere. „Es ist eine Schande, dass Ärzte in Spanien mittlerweile mehr verdienen als ihre deutschen Kollegen“, so Montgomery.

Am heutigen Mittwoch haben in 25 Universitätskliniken und 13 Landeskrankenhäusern erneut rund 13.000 Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit niedergelegt. Montgomery: „Mit jedem Tag, den die Arbeitgeber verstreichen lassen, steigt der Unmut und die Streikmotivation.“ Über die Tatsache, dass die streikbedingten Erlösausfälle der Kliniken mittlerweile die Kosten eines anständigen Ärzte-Tarifs überschritten hätten, könne man nur noch den Kopf schütteln. Die Verantwortungslosigkeit der TdL-Funktionäre gegenüber den Kliniken vor Ort, die unter den Einnahmeausfällen litten, sei in keiner Weise zu rechtfertigen.

 Alles zu den Ärzte-Streiks

 
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