Köln, 9. Juni 2006 - Nr. 41/06
Tarifverhandlungen mit kommunalen Arbeitgebern abgebrochen
Köln - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat am 9. Juni die 5. Verhandlungsrunde mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) abgebrochen. „Da die Arbeitgeber uns kein konkretes Tarifangebot, sondern lediglich ein Gesprächspapier vorgelegt haben, sehen wir keine weitere Verhandlungsgrundlage mehr“, so der Verhandlungsführer des MB, Lutz Hammerschlag. Auch die Tatsache, dass die VKA sich im Nachhinein entschloss, dieses Papier als offizielles Angebot zu deklarieren, ändere am Abbruch der Verhandlungen nichts. Er kritisierte das Arbeitgeberpapier als völlig unzureichend und inhaltlich inakzeptabel.
Hammerschlag: „Uns wurde ein Zweitaufguss des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) vorgelegt, der in keiner Weise eine Grundlage für weitere Tarifverhandlungen sein kann.“ Wochenlang habe der Marburger Bund der VKA rote Teppiche ausgerollt, um den streikbereiten Ärzten in den 700 kommunalen Krankenhäusern mit einem arztspezifischen Angebot positive Signale für eine angemessene Einigung zu geben. „Die Arbeitgeber provozieren mit ihrer Engstirnigkeit einen harten Arbeitskampf der 70.000 Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern“, so Hammerschlag.
Die MB-Verhandlungskommission werde der entscheidenden Großen Tarifkommission nun empfehlen, das Scheitern der Tarifverhandlungen zu verkünden und eine Urabstimmung unter den Ärzten für einen Arbeitskampf durchzuführen. Die Große Tarifkommission werde diesbezüglich zeitnah zusammentreten. Hammerschlag: „Nur noch durch die umgehende Vorlage eines echten Arzttarifvertrages kann die VKA Streiks in ihren Krankenhäusern vermeiden.“
Das Arbeitgeber-Papier
Alles zum Tarifbereich der VKA