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 _ Pressemitteilung

Berlin, 10. November 2007  -  Nr. 47/07

112. Marburger Bund Hauptversammlung
Rudolf Henke neuer Vorsitzender des Marburger Bundes

Der Aachener Internist und Oberarzt Rudolf Henke ist neuer 1. Vorsitzender der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB). Auf der 112. MB-Hauptversammlung in Berlin erhielt Rudolf Henke 144 von 177 gültigen Stimmen, das sind 81,4 Prozent. Er löst Dr. Frank Ulrich Montgomery ab, der nicht mehr zur Wahl antrat. Montgomery und Henke hatten den Marburger Bund in den 18 Jahren seit 1989 als 1. und 2. Vorsitzender geführt. In dieser Zeit ist der Marburger Bund von 47.000 auf 108.000 Mitglieder gewachsen. Als neuer 2. Vorsitzender hat die 112. MB-Hauptversammlung den Münchener Chirurg Dr. Andreas Botzlar gewählt.

Auch künftig werde der Marburger Bund seiner doppelten Rolle als Europas größter Ärzteverband mit freiwilliger Mitgliedschaft und als Deutschlands einzige tariffähige Ärztegewerkschaft gerecht werden, sagte Henke, der seine Heimatstadt Aachen seit 1995 als direkt gewählter Abgeordneter (CDU) im Landtag von Nordrhein-Westfalen vertritt. Vor seiner Wahl hatte Henke sein politisches Engagement mit Hinweis auf Rudolf Virchow (1821 - 1902) verteidigt, der als Pathologe an der Berliner Charite gleichzeitig der Berliner Stadtverordnetenversammlung, dem Preußischen Abgeordnetenhaus und dem Deutschen Reichstag angehört habe und in seinen Ämtern gerade als Arzt sehr viel für die Gesundheit seiner Mitmenschen bewegt habe.

"Alle angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte gehören in den Marburger Bund, nur so können wir unsere Chancen wirklich komplett nutzen", appellierte der neue Vorsitzende an seine noch nicht im MB organisierten Kolleginnen und Kollegen. "Von der Fernsehcouch aus zugucken reicht nicht. Da sitzt man in der Abseitsfalle." Dem MB gelang im Jahr 2006 nach intensiven Arbeitskämpfen der Klinikärzte der Abschluss erster arztspezifischer Tarifverträge.

Henke forderte insbesondere die Ärzteschaft kirchlicher Krankenhäuser auf, es den Kollegen aus Universitäten und kommunalen Häusern gleich zu tun und den Marburger Bund durch Beitritt zu stärken. Er selbst komme auch aus einem katholischen Krankenhaus. "Auch im kirchlichen Krankenhaus wollen wir faire Arbeitsbedingungen, die volle Vergütung der erbrachten Leistung und die berufliche Unabhängigkeit der Ärzte."

„Die Herausforderungen für die Krankenhausärzte reißen nicht ab", spielt er auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände an, bei denen es spätestens Anfang 2008 um höhere Gehälter für die rund 55 000 Ärzte in kommunalen Krankenhäusern geht.

Alles zur 112. MB-Hauptversammlung

 
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