Düsseldorf, 3. Februar 2010 - Nr. 14/10
VKA ist am Zug: Arbeitgeber müssen sich der
Realität stellen
Die Tarifverhandlungen zwischen
dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)
werden heute in Düsseldorf fortgesetzt. Der Marburger Bund fordert für die rund
55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern eine lineare Erhöhung der Gehälter um
durchschnittlich fünf Prozent und eine deutlich bessere Bezahlung von
Bereitschaftsdiensten, insbesondere in der Nacht, an Wochenenden und an
Feiertagen. Bisher hat die VKA kein Angebot vorgelegt. „Die Arbeitgeber müssen
sich endlich der Realität stellen und mit uns daran arbeiten, den Arbeitsplatz
kommunales Krankenhaus attraktiver zu gestalten. Nur so wird es gelingen, die
Unterbesetzung vieler Kliniken zu überwinden. Wir befürchten sonst einen Anstieg
unbesetzter Arztstellen von heute 5000 auf 6000 im nächsten Jahr. Dieser
Entwicklung dürfen die Arbeitgeber nicht tatenlos zusehen“, sagte
Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des
Marburger Bundes, vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde.
Die
Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Wochenenden sowie Feiertagen sind
ausgesprochen belastend. Die Ärzte stehen rund um die Uhr zur Verfügung, um
Menschen in Lebensgefahr, nach Unfällen, bei akuten Komplikationen oder starken
Schmerzen zu helfen. Die Arbeitszeit beläuft sich dabei in aller Regel auf 24
Stunden (8 Stunden Vollarbeit und 16 Stunden Bereitschaftsdienst). Bei der
Berechnung der Vergütung werden die Bereitschaftsdienste nicht voll, sondern nur
zu einem sehr viel geringeren Prozentsatz als Arbeitszeit gewertet. Vielfach
aber müssen die Ärzte im Bereitschaftsdienst Routineaufgaben erfüllen. Deshalb
entspricht die tatsächliche Arbeitsbelastung nicht der Bewertung des
Arbeitgebers, sondern ist weitaus höher. „Die Bereitschaftsdienste werden von
den Kliniken zunehmend als Ersatz für Vollarbeit missbraucht, um Kosten zu
sparen“, kritisierte Henke.
Forderungen und Ziele des MB in der Tarifrunde 2010
(17.01.2010)
Hintergrundinformation zum Bereitschaftsdienst
(17.01.2010)
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