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"Medizinischer Doktor"
Bemühungen für hochwertige Promotion nicht zu Lasten des Medizinstudiums

Bei der heutigen (16.02.05) Anhörung der Kultusministerkonferenz wird der Vorschlag des Wissenschaftsrates diskutiert, mit der Approbation im Fach Humanmedizin die Berufsbezeichnung „Medizinischer Doktor“ zu verleihen. Dazu erklärt der Hauptgeschäftsführer des Ärzteverbandes Marburger Bund, Armin Ehl:

Eine mögliche Einführung eines neuen akademischen Grades „Medizinischer Doktor“ darf nicht dazu führen, dass das Fach Humanmedizin an Attraktivität verliert. Insbesondere muss darauf geachtet werden, dass es zu keiner Verlängerung der Studienzeit kommt. Das Medizinstudium steht im direkten Wettbewerb zu anderen Studiengängen und würde durch eine Verlängerung der ohnehin langen Regelstudienzeit weiter an Attraktivität verlieren. Zudem ist es aufgrund des faktischen Ärztemangels in Kliniken notwendig, praxisnah ausgebildete Absolventen möglichst schnell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.

Der Marburger Bund begrüßt die kürzlich durchgeführte Reform des Medizinstudiums als wichtigen Schritt, mehr praktische Erfahrungen zu vermitteln. Mit der Einführung eines akademischen Grades „Medizinischer Doktor“ und einer möglichen Befrachtung des Studiums mit zusätzlichen theoretischen Inhalten könnte dieses Ziel konterkariert werden.

Es ist problematisch, dass gerade in der Medizin – mehr als in anderen Fachgebieten – akademische Titel zur Voraussetzung für Führungspositionen geworden sind. Dabei kann ein kausaler Zusammenhang zwischen akademischem Titel und der Führungsfähigkeit eines Arztes nicht hergeleitet werden. Trotzdem wird in vielen Krankenhäusern „inflationär“ bei der Besetzung von Oberarztstellen, erst recht bei Chefarztstellen, eine Habilitation erwartet. Ein Titel „Medizinischer Doktor“ könnte diesen Druck nehmen und dazu führen, dass nur diejenigen promovieren, die ein wissenschaftliches Interesse haben.

 MB-Stellungnahme zum "Medizinischen Doktor"

(MB/16.02.05)

 
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