Messe Wenn die Einführung von Informationstechnologie im Krankenhaus wirklich nutzbringend sein soll, dann geht dies nur mit den Ärzten und dem Pflegedienst. Darin waren sich nahezu alle Experten bei der ITeG – IT-Messe & Dialog im Gesundheitswesen einig. Andererseits stehen die Ärzte im Krankenhaus unter Dauerstress – und noch nicht einmal das bestehende Arbeitsgesetz wird eingehalten. Darauf wies Dr. Ursula Stüwe, Kammerpräsidentin Hessens und Vorsitzende des MB Hessen, hin: „Für solche Projekte werden meist keine zusätzlichen Stellen eingerichtet.“ Also bedeutet zusätzliche Software oft zusätzliche Arbeit – mit wenig Folgen für die medizinische Versorgung des Patienten. Zumindest dienen die IT-Systeme bislang häufig der Abrechnung – während für den Arzt der Patient im Mittelpunkt steht. Der Nutzen muss klar sein Auch der IT-Experte Helmut Schlegel, Leiter Informationstechnologie Klinikum Nürnberg, hält fest: „Wenn die Einsicht besteht, dass IT die Abläufe verbessert, dann muss man sich gemeinsam für die Planung und Umsetzung genügend Zeit nehmen.“ Auf der Seite der IT-Spezialisten müsse klar sein, dass ein Serverabsturz wie ein medizinischer Notfall zu bewerten ist und dementsprechend schnelles Handeln einzuleiten sei. Zwei große Player auf diesem Markt sind GWI und Siemens. GWI hat eine neue Benutzeroberfläche Nice geschaffen, die dem bewährten Klinikinformationssystem (KIS) Orbis® verpasst wurde. Das Unternehmen will damit nicht nur einen nationalen, sondern auch einen internationalen Standard setzen. So war eine wichtige Vorgabe bei der Entwicklung, dass die Zahl der Klicks verringert werden musste und der Nutzer immer weiß, wo er ist. Siemens ist mit SAP eine Partnerschaft eingegangen. Während Siemens das Wissen aus dem medizinischen Sektor einsetzen kann, bringt SAP sein Know- how um die Steuerung von Geschäftsprozessen und Patientenverwaltungsprogrammen ein. Dr. Volker Wetekam, Siemens, prognostizierte, dass der Konzentrationsprozess auf dem nationalen Markt der KIS anhalten wird. Internationaler soll auch die ITeG werden: „Wir müssen internationale Standards mitbesetzen“, meinte Dr. Wolrad Rube, Vorstandsmitglied des Verbandes der Hersteller für IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG) als Mitveranstalter der Messe. Zudem bündeln die Veranstalter der ITeG ihre Kongressaktivitäten mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) in 2006. Der Dialog von IT-Spezialisten und Ärzten bleibt wichtig – und wird weiter gesucht.
Neue Programme müssen dem Arzt und der Therapie nutzen
Dialog zwischen Ärzten und IT-Spezialisten auf der ITeG
Ein Arzt, der sich intensiv mit Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Softwareeinsatzes auseinander setzt, ist Dr. Michael Reng, Chefarzt des Kreiskrankenhauses Bogen. Er machte klar, dass man genau wissen muss, warum diese oder jene Software eingesetzt wird. Der Nutzen muss für den Arzt klar sein. Dieser müsse andererseits auch dem IT-Spezialisten genau erklären, worum es geht und was erwartet wird. Ein adäquates Mittel, auch IT-Spezialisten den Arbeitsbereich näher zu bringen, sei es, sie eine Zeit lang auf der Station mitlaufen zu lassen.