Rund 1000 Ärzte der Deutschen Rentenversicherung im Streik
Allein 300 Mediziner bei der zweiten bundesweiten Streikdemo in Münster
Die
Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wertet den heutigen (9. März) Streiktag
der Ärztinnen und Ärzte als vollen Erfolg. Über 1000 der insgesamt 2000 Ärzte
der Deutschen Rentenversicherung haben ihre Arbeit in den Reha-Kliniken und den
Verwaltungsstellen niedergelegt. Allein 300 streikende Ärzte aus dem gesamten
Bundesgebiet beteiligten sich an der Zentralkundgebung des Marburger Bundes in
Münster, um für einen eigenen arztspezifischen Tarifvertrag zu
protestieren.
Die Mediziner der Rentenversicherer befinden sich seit dem
26. Februar in einem unbefristeten Streik. Ziel ist, die Arbeitgeber zur
Aufnahme von Tarifverhandlungen mit der Ärztegewerkschaft zu drängen. Der
Marburger Bund beklagt in den Reha-Zentren und der Verwaltung schlechte
Arbeitsbedingungen, erheblichen Personalmangel, zunehmende Arbeitsbelastung und
unattraktive Verdienstmöglichkeiten. Zudem ist die uneinheitliche Tarifsituation
der Ärzte nicht mehr hinnehmbar. Ärzte der Rentenversicherer verdienen bis zu
einem Drittel weniger als in Kliniken, die einen Tarifvertrag des Marburger
Bundes anwenden. Für die Ärztegewerkschaft ist die Deutsche Rentenversicherung
aus diesen Gründen ein schlechter Arbeitgeber und für Ärzte nicht zu
empfehlen.
Abhilfe soll laut Marburger Bund ein arztspezifischer
Tarifvertrag leisten. Die Ärztegewerkschaft hat solche auf Mediziner
zugeschnittene Tarifverträge bereits erfolgreich mit den Arbeitgebern des
öffentlichen Dienstes und mit privaten Klinikketten abgeschlossen. Diese sehen
bessere Arbeitsbedingungen unter anderem durch einheitliche Tarifstandards,
höhere Einkommen und geregelte Arbeitszeiten vor. Seit über einem Jahr schlägt
die Deutsche Rentenversicherung jedoch die ausgestreckte Hand des Marburger
Bundes für faire und konstruktive Verhandlungen aus.
Die schönesten Fotos der zentralen Streikdemo in Münster
(MB/10.03.2009)