Zweiter Streiktag / Nächste Zentraldemo am 9. März
500 Ärzte bestreiken Deutsche Rentenversicherung
Arbeitsniederlegungen hauptsächlich in den Verwaltungsstellen
Am heutigen (27. Februar) zweiten Tag des unbefristeten Ärztestreiks bei der Deutschen
Rentenversicherung haben rund 500 Mediziner ihre Arbeit niedergelegt. Heute wird
überwiegend in den Verwaltungen der DRV, den sogenannten Sozialmedizinischen
Diensten, gestreikt. Im Fokus der Arbeitsniederlegungen stehen somit gezielte
Behinderungen bei der Bearbeitung von Versichertenanträgen auf Reha-Maßnahmen
und Erwerbsminderungsrenten. Ärztestreiks gibt es heute aber auch in den
Reha-Kliniken der Deutschen Rentenversicherung.
In der kommenden Woche
wird sich der Arbeitskampf überwiegend in den Reha-Kliniken abspielen.
Insbesondere während der wichtigen Tage der Patientenaufnahme von Dienstag und
Donnerstag wird verstärkt gestreikt. Um den Druck auf die Deutsche
Rentenversicherung zu erhöhen, wird die nächste zentrale Streikdemonstration am
9. März in Münster durchgeführt. Dort sollen die Ärzte den Beginn des von
der DRV organisierten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums nutzen, um
auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.
Der Marburger Bund fordert die
Deutsche Rentenversicherung seit über einem Jahr zu Tarifverhandlungen auf. Mit
einem arztspezifischen Tarifvertrag soll die miserable Arbeits- und
Einkommenssituation der rund 2000 Ärzte verbessert werden. Ein Facharzt in der
DRV-Verwaltung verdient rund 30 Prozent weniger als in einem Haus der privaten
Klinikkette Helios. Mit den gestern (26. Februar) gestarteten unbefristeten
Ärztestreiks will die Ärztegewerkschaft die Rentenversicherer zur Aufnahme von
Tarifverhandlungen bewegen.
(MB/27.02.2009)