Wegen Bockigkeit der TdL
Klinikärzte verschärfen Dauerstreik
Seit dem 16. März protestieren die 22.000 Ärztinnen und Ärzte in den Unikliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern in Form von Dauerstreiks gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für den
Abschluss eines arztspezifischen Tarifvertrages. Das einzige, was die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) den Ärzten zu bieten hatte, war ein
Angebot, das für junge Ärzte letztlich ein Einkommensminus von über 8,5 Prozent bedeutet hätte.
Die Ankündigung des TdL-Vorsitzenden Hartmut Möllring, den mit Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag auch auf die Klinikärzte anwenden zu wollen, hat zu einer beispiellosen Empörung bei den Medizinern geführt. Abgesehen davon, dass ein
Überstülpen des Verdi/TdL-Vertrages rechtswidig wäre, käme eine Zwangsüberführung in diesen
ärztefeindlichen Vertrag für die Klinikärzte unter gar keinen Umständen in Frage.
Die Reaktion ist eindeutig: Mit massiven Streiks zeigen MB und Ärzte Herrn Möllring, was sie von seinem Ansinnen halten. Der MB fordert die TdL abermals auf, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um mit einem Ärzte-Tarif den Konflikt in den Hochschulen und Landeskrankenhäusern zu entschärfen. Bis dahin wird mit einer
neuen Streikform die Arbeit niedergelegt:
Unikliniken: Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Ulm, Hannover, Göttingen, Essen, Münster, Düsseldorf, Köln, Bonn, Aachen, Mainz, Leipzig, Dresden, Magdeburg, Halle, Jena, Rostock, Greifswald, LMU München, TU München, Würzburg, Erlangen, Regensburg.
Landeskrankenhäuser: Hildesheim, Göttingen, Osnabrück, Tiefenbrunn, Lüneburg, Königslutter (30./31.05.), Wehnen (Niedersachsen), Wiesloch, Calw, Winnenden, Emmendingen, Weissenau (Baden-Württemberg), Deutsches Herzzentrum München.
Streikbeteiligung
Montag, 29. Mai: 12.500 streikende Ärzte
Dienstag, 30. Mai: 13.000 streikende Ärzte, Großdemo in Hannover mit 1.500 Ärzten, Großdemo in München mit 1.500 Ärzten
Mittwoch, 31. Mai: 13.000 streikende Ärzte
(MB/29.05.06)