Ausgabe
17,
9. Dezember 2011
VKA-Tarifauseinandersetzung
Stimmen Sie jetzt für Streik!
VKA-Angebot ein Affront / Urabstimmung vom 9. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012
Berlin (ass). „Das Angebot der kommunalen Arbeitgeber ist nichts anderes als ein Affront. Die VKA hat den Bogen weit überspannt und gezielt einen Konflikt mit dem Marburger Bund provoziert.“ So hatte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag die Situation in der vierten Verhandlungsrunde nach weiteren zwei Verhandlungstagen am 22. November bewertet und die MB-Verhandlungskommission hatte entschieden, die Verhandlungen zu unterbrechen, um die Tarifgremien des MB sowie die Ärztevertreter aus den VKA-Kliniken beraten zu lassen, wie es weitergehen soll. Die Beratungen sind abgeschlossen, die Entscheidung steht fest: Abbruch der Verhandlungen, Einleitung der Urabstimmung vom 9. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012. Bei mehrheitlichem Votum für Streik Streikbeginn am 26. Januar 2012.
Folgend noch einmal die zentralen Unverschämtheiten aus dem VKA-Angebot nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden:
- Die angebotene lineare Erhöhung der Grundgehälter in Höhe von 1,48 Prozent (so schon in der 1. Verhandlungsrunde mitgeteilt) ab 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 bewegt sich weit unterhalb der Inflationsrate. Rückwirkend für den Zeitraum September bis Dezember 2011 soll es eine Einmalzahlung von 250 Euro geben.
- Die MB-Forderungen nach verbindlichen tarifvertraglichen Regelungen zur Verbesserung der Arbeitssituation in den Bereitschaftsdiensten lehnt die VKA ab. Der MB will klare Festlegungen im Tarifvertrag, die VKA bietet lediglich unverbindliche Absichtserklärungen.
- Die Bereitschaftsdienstentgelte sollen ebenfalls um 1,48 Prozent erhöht werden, also um Mini-Cent-Beträge für strapaziöse Arbeit in der Nacht.
- Eine Stufe 6 in der EG I soll es nur für „Assistenzärzte in der Weiterbildung zum Facharzt nach 6 Jahren“ geben. So würde faktisch eine Zweiklassen-Gesellschaft in der Entgeltgruppe I (Arzt) etabliert.
(Das Angebot im Wortlaut lesen Sie im Original unter » www.vka-tarifrunde.de als pdf).
Der Entscheidung der Großen Tarifkommission war eine Sitzung der Kleinen Tarifkommission sowie ein Netzwerk-Treffen der betroffenen Ärztinnen und Ärzten aus den kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/VKA (mehr dazu im Artikel » "VKA-Ärzte sind stinksauer") vorausgegangen. Von beiden Zusammenkünften gab es die eindeutige Empfehlung zu der nun getroffenen Entscheidung.
„Die VKA hat sich mit ihrem Angebot keinen Gefallen getan. Wer nach vier Verhandlungsrunden die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern derart vor den Kopf stößt, hat keinen Kompromiss im Sinn, sondern ist auf Krawall gebürstet. Wir wollen einen solchen Konflikt nicht, sind aber vorbereitet“, hatte MB-Vize Dr. Andreas Botzlar als Vorsitzender der Kleinen Tarifkommission nach deren Sitzung mitgeteilt.
MB-Vorsitzender Rudolf Henke sagte nach der Entscheidung der Großen Tarifkommission: „Mit ihrem Angebot schadet die VKA den Interessen der kommunalen Krankenhäuser. Wenn die VKA die Obergrenze der Budgetsteigerung zur alleinigen Richtschnur der Tarifverhandlungen erklärt, beraubt sie sich ihrer eigenen Tarifautonomie und redet einer politischen Lohnfestsetzung das Wort. Auf der Basis einer solchen Vorgehensweise sind konstruktive Tarifverhandlungen nicht möglich. Weil die VKA nicht die Kraft hat, ihre konfrontative Haltung aufzugeben, ist ein Abbruch der Tarifverhandlungen der einzige Weg weiterzukommen.“
Der weitere Zeitplan sieht nun vor, dass die Urabstimmung in der Zeit vom 9. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012 durchgeführt wird. Dazu erhalten die MB-Mitglieder in den kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/VKA mit dieser Ausgabe der Marburger Bund Zeitung die Abstimmungs-Postkarte. Sollte die Abstimmungskarte entfallen sein, kann bei den zuständigen MB-Landesverbänden unter Angabe der Mitgliedsnummer Ersatz angefordert werden.
Sollte sich in der Urabstimmung die Mehrheit für Streik aussprechen, würde der unbefristete Vollstreik an allen kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/ VKA am Donnerstag, 26. Januar, beginnen.
Weitere Beiträge zum Thema lesen Sie in den Artikeln » "Taktische Katastrophe", » "VKA-Ärzte sind stinksauer" und » "Das ist alles andere als ein Angebot – das ist ein Affront!". Sie finden auch ein » Plakat als pdf zur Urabstimmung.
*E-Mail: steimer-schmid@marburger-bund.de
Folgend noch einmal die zentralen Unverschämtheiten aus dem VKA-Angebot nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden:
- Die angebotene lineare Erhöhung der Grundgehälter in Höhe von 1,48 Prozent (so schon in der 1. Verhandlungsrunde mitgeteilt) ab 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 bewegt sich weit unterhalb der Inflationsrate. Rückwirkend für den Zeitraum September bis Dezember 2011 soll es eine Einmalzahlung von 250 Euro geben.
- Die MB-Forderungen nach verbindlichen tarifvertraglichen Regelungen zur Verbesserung der Arbeitssituation in den Bereitschaftsdiensten lehnt die VKA ab. Der MB will klare Festlegungen im Tarifvertrag, die VKA bietet lediglich unverbindliche Absichtserklärungen.
- Die Bereitschaftsdienstentgelte sollen ebenfalls um 1,48 Prozent erhöht werden, also um Mini-Cent-Beträge für strapaziöse Arbeit in der Nacht.
- Eine Stufe 6 in der EG I soll es nur für „Assistenzärzte in der Weiterbildung zum Facharzt nach 6 Jahren“ geben. So würde faktisch eine Zweiklassen-Gesellschaft in der Entgeltgruppe I (Arzt) etabliert.
(Das Angebot im Wortlaut lesen Sie im Original unter » www.vka-tarifrunde.de als pdf).
Der Entscheidung der Großen Tarifkommission war eine Sitzung der Kleinen Tarifkommission sowie ein Netzwerk-Treffen der betroffenen Ärztinnen und Ärzten aus den kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/VKA (mehr dazu im Artikel » "VKA-Ärzte sind stinksauer") vorausgegangen. Von beiden Zusammenkünften gab es die eindeutige Empfehlung zu der nun getroffenen Entscheidung.
„Die VKA hat sich mit ihrem Angebot keinen Gefallen getan. Wer nach vier Verhandlungsrunden die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern derart vor den Kopf stößt, hat keinen Kompromiss im Sinn, sondern ist auf Krawall gebürstet. Wir wollen einen solchen Konflikt nicht, sind aber vorbereitet“, hatte MB-Vize Dr. Andreas Botzlar als Vorsitzender der Kleinen Tarifkommission nach deren Sitzung mitgeteilt.
MB-Vorsitzender Rudolf Henke sagte nach der Entscheidung der Großen Tarifkommission: „Mit ihrem Angebot schadet die VKA den Interessen der kommunalen Krankenhäuser. Wenn die VKA die Obergrenze der Budgetsteigerung zur alleinigen Richtschnur der Tarifverhandlungen erklärt, beraubt sie sich ihrer eigenen Tarifautonomie und redet einer politischen Lohnfestsetzung das Wort. Auf der Basis einer solchen Vorgehensweise sind konstruktive Tarifverhandlungen nicht möglich. Weil die VKA nicht die Kraft hat, ihre konfrontative Haltung aufzugeben, ist ein Abbruch der Tarifverhandlungen der einzige Weg weiterzukommen.“
Der weitere Zeitplan sieht nun vor, dass die Urabstimmung in der Zeit vom 9. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012 durchgeführt wird. Dazu erhalten die MB-Mitglieder in den kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/VKA mit dieser Ausgabe der Marburger Bund Zeitung die Abstimmungs-Postkarte. Sollte die Abstimmungskarte entfallen sein, kann bei den zuständigen MB-Landesverbänden unter Angabe der Mitgliedsnummer Ersatz angefordert werden.
Sollte sich in der Urabstimmung die Mehrheit für Streik aussprechen, würde der unbefristete Vollstreik an allen kommunalen Krankenhäusern mit TV-Ärzte/ VKA am Donnerstag, 26. Januar, beginnen.
Weitere Beiträge zum Thema lesen Sie in den Artikeln » "Taktische Katastrophe", » "VKA-Ärzte sind stinksauer" und » "Das ist alles andere als ein Angebot – das ist ein Affront!". Sie finden auch ein » Plakat als pdf zur Urabstimmung.
*E-Mail: steimer-schmid@marburger-bund.de
