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Ausgabe 02, 10. Februar 2012
Tarifeinigung mit der VKA
Schwieriger, schmerzhafter Kompromiss
Weitere Einzelheiten zum Tarifabschluss mit der VKA
 
Von Angelika Steimer-Schmid*

Es ging diesmal ohne Streik, aber nur mit der Androhung des Streiks. Und nur dank der konsequenten Streikvorbereitung der MB-Mitglieder vor Ort gab es am Ende einen Kompromiss zwischen Marburger Bund und VKA. „Das Ergebnis ist ein schwieriger, teilweise auch schmerzhafter Kompromiss“, sagte MB-Vorsitzender Rudolf Henke nach der Annahme der Eckpunkte für die Tarifeinigung mit der VKA durch die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (mehr im » "Zur Sache"; die Details und die neuen Entgelttabellen lesen Sie auf » "VKA-Tarifvertrags-System weiter konsequent ausbauen" und
» "MB-Entscheidung letztlich gut und richtig").

Nachfolgend im Überblick der Ablauf der letzten Verhandlungstage, während die MB-Mitglieder unvermindert die Streikvorbereitungen trafen. Die Kompromissfindung verlangte dabei allen Beteiligten hohes Arbeitsaufkommen, Flexibilität und Einsatz ab. Bis die endgültige Zustimmung erfolgt war, galt es, alle maßgeblichen Gremien des Verbandes in die intensive Beratung einzubinden, denn die Eckpunkte enthielten durchaus schwierige Elemente, die es abzuwägen galt, um am Ende den Kompromiss möglich zu machen.
Je näher der geplante Streikauftakt am 26. Januar gerückt war, umso intensiver wurde von Arbeitgeberseite sondiert, ob nicht doch noch ein Kompromiss ohne Streik möglich wäre. Denn die nach der Urabstimmung angelaufenen Streikvorbereitungen der MB-Mitglieder in den vielen kommunalen Kliniken mit TV-Ärzte/VKA zeigten eindeutig Wirkung. Das Medienecho schon bei den Vorbereitungen des Streiks in vielen regionalen Publikationen belegt das eindrucksvoll.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Die Teilnehmer des für den 16. Januar terminierten Ärzte-Netzwerk-Treffens zur Vorbereitung der Streiks unterstrichen noch einmal auch öffentlich die Streikbereitschaft. Schon am folgenden Tag gab es ein Spitzengespräch der Verhandlungsführung, am 18. Januar trafen sich sehr kurzfristig anberaumt die Verhandlungskommissionen von MB und VKA zunächst zu einem informellen Gespräch, um Eckpunkte zu beraten. Am Ende stand ein auf beiden Seiten doch mehrheitlich getragenes Eckpunktepapier und es konnte das Signal nach draußen, man sei auf dem Weg einer Kompromissfindung. Diese musste nun aber zunächst zur endgültigen Annahme in die Entscheidungsgremien der beiden Tarifparteien. An die MB-Mitglieder ging unverzüglich die Info, dass es Eckpunkte gibt, diese aber nun von Kleiner Tarifkommission und endgültig von der Großen Tarifkommission beschieden werden müssen. Die Rücknahme des Streikaufrufs oblag satzungsgemäß der Großen Tarifkommission. So war auch gegenüber der  Arbeitgeberseite noch alles offen.

Nur einen Tag später kamen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitglieder der Kleinen Tarifkommission zu intensiven Beratungen zusammen. Die Kleine Tarifkommission gab dann am Samstag, unmittelbar vor Beginn der Sitzung der Großen Tarifkommission, ihre Zustimmung. Der Samstags-Sitzung war am Freitag auch noch ein kurzfristig anberaumtes Netzwerk-Treffen mit den Ärztinnen und Ärzten aus den VKA-Kliniken vorausgegangen, um hier auch zur Basis die notwendige Rückkopplung zu haben. Am Abend desselben Tages tagte dazu auch der Bundesvorstand. Die Große Tarifkommission war dann noch einmal von intensiven Diskussionen geprägt, vor allem im Hinblick auf die Bereitschaftsdienst-Punkte. Am Ende gelangte man allerdings zu der Auffassung, dass der jetzt gefundene Einstieg in ein ergänzendes Bereitschaftsdienst-System wiederum ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, aber daran intensiv weitergearbeitet werden muss. In Verbindung mit allen anderen Verbesserungen hielt man schließlich den Kompromiss für tragbar. Der Streikaufruf wurde deshalb unmittelbar ausgesetzt.

Für die Ärztevertreter aus den kommunalen Kliniken gab es dann vergangene Woche ein weiteres Treffen, um von der Verhandlungsführung direkt über den Verlauf und den Abschluss im Detail informiert zu werden (siehe Artikel 
» "MB-Entscheidung letztlich gut und richtig")

Seit dem Tarifabschluss erreichen den MB, wie nach jedem Tarifabschluss, positive und negative Reaktionen, jeweils abhängig von der individuellen beruflichen Situation der Mitglieder. Sie alle werden in die Vorbereitungen der nächsten Tarifrunde einfließen. Denn: Nach Tarifverhandlungen ist vor Tarifverhandlungen und diese stehen für die VKA bereits wieder Ende dieses Jahres an.

Und bei Drucklegung dieser MBZ tagten die Mitglieder der Kleinen Tarifkommission in einer Klausurtagung, um die Strategie für die anstehenden Tarifverhandlungen 2012 zu beraten, aber auch schon für die großen Tarifrunden VKA und TdL im kommenden Jahr. Dazu gehört selbstverständlich auch eine Nacharbeit und ein kritischer Rückblick auf die abgeschlossenen Tarifrunden, zuletzt die mit der VKA
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*Angelika Steimer-Schmid ist Chefredakteurin der Marburger Bund Zeitung, E-Mail: steimer-schmid@marburger-bund.de
 
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