Krimis lohnen nicht!

Von Dr. M B

Für viele gehört der Sonntagabendkrimi zum Pflichtprogramm. Insgesamt erfreuen sich Krimis großer Beliebtheit. Das kann nicht nur daran liegen, dass diese sehr unterhaltsam sind. Vielleicht denkt der ein oder andere auch, hier Anregungen für die nächste Lohnerhöhung oder das Problem mit der bösen Schwiegermutter zu finden. Es wurde sogar ein CSI-Effekt nach der entsprechenden Serie benannt. Für diese Gruppe unter den Serienguckern wurden zuletzt ernüchternde Ergebnisse aus einer aktuellen Studie am Beispiel eben jener Fernsehserie veröffentlicht: Zuschauer von Krimi-Serien sind demnach keine besseren Verbrecher. Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um Prof. Heiko Hecht zeigten in einer experimentellen Untersuchung, dass zwischen dem Anschauen von forensischen Serien und den Fähigkeiten, ein Verbrechen zu begehen, kein Zusammenhang besteht (A.M. Baranowski et al., Int. J. Law Crime Justice 2017 doi: 10.1016/j.ijlcj.2017.10.001). Allerdings schnitten die Männer diesbezüglich besser ab als Frauen, jüngere Teilnehmer besser als ältere und höher gebildete besser als weniger gebildete Probanden. Akademiker haben also auf diesem zweiten Bildungsweg etwas höhere Chancen davonzukommen. Dennoch: Die Autoren weisen da­rauf hin, dass bereits in der Vergangenheit von ähnlichen Effekten die Rede war. Beginnend bei Sherlock Holmes über Quincy bis hin zu Law & Order äußerten warnende Stimmen immer wieder ihre Bedenken, die falschen Leute könnten dadurch informiert werden. Solchen Stimmen sei nun der Wind aus den Segeln genommen. Für die nächste Lohnerhöhung sollte man also keine Krimi-Serien mehr anschauen. Es lohnt sich einfach nicht. Viel lohnender ist die aktive Mitarbeit im Marburger Bund. Die ist mindestens genauso spannend, aber i.d.R. weniger gefährlich, meint natürlich

Ihr Dr. MB