Gesicht trainieren?

Von Dr. M B

Schön durch Sport? Darüber kann man auch vor dem Hintergrund von Olympia trefflich streiten. Dank frostiger Temperaturen sehen draußen sowieso fast alle aus wie die Brillen, die sie tragen. Doch könnte die Sportwelt künftig durch eine interessante Disziplin bereichert werden: Gesichtsmuskelsport. Zumindest gibt es einen Hinweis, dass das entsprechende Training wirkungsvoll sein könnte. Eine aktuelle Studie mit zwölf Probandinnen zeigte, dass ein 30-minütiges Gesichtsmuskeltraining – täglich oder an jedem zweitem Tag – nach 20 Wochen das Gesicht von Frauen mittleren Alters etwa drei Jahre jünger aussehen lässt (M. Alam et al.; JAMA Dermatol. 2018 doi: 10.1001/jamadermatol.2017.5142). Die Altersschätzungen sank von durchschnittlich 50,8 Jahren zu Beginn auf 48,1 Jahre. Zum Trainieren schieben beispielsweise die Finger die Mundwinkel während des Lächelns nach oben. Das liest sich zwar einfach, aber man muss auch diesen Kraftsport erst einmal durchhalten. Da dürften hin und wieder ziemlich starke Finger notwendig sein, um trotz Pleiten, Pech und Pannen des Lebens die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Zudem wurden in der Studie gar keine Männer untersucht. Die sind scheinbar von Natur aus schön. Wenn sie immer gleich gucken, dann ist das nicht Botox, sondern cool. Dabei ist das Hauptziel des Trainings gar nicht eine höhere Elastizität des Gesichtes. Vielmehr sollen die im Alter schrumpfenden Fettpolster unter der Gesichtshaut durch verstärktes Muskelwachstum ersetzt werden. Ein viel angenehmeres Training ist Lachen, kürzlich zu besichtigen z.B. in Köln oder Münster. Das kann zwar Falten machen – ist aber gesund. Und eigentlich ist es gar nicht schlimm, wenn das Leben solche Spuren hinterlässt. Eigentlich wäre es doch schade, würde man diese wegtrainieren, meint

Ihr Dr. MB