Kühlbody für Kühe

Von Dr. M B

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, dann tragen inzwischen viele Sportler Shirts aus einem speziellen Hightech-Gewebe, das sie kühlt. Prima Idee, haben sich nun Forscher in Japan gedacht und wollen bald Milchkühe mit ähnlichen Textilien ausstatten, um die Tiere so bei großer Hitze abzukühlen. Auch mit Wasser sollen sie zusätzlich befeuchtet werden. Grund: Für die Kühe der Rasse Holstein ist große Hitze eine Qual, die zur Folge hat, dass sie weniger Milch produzieren. Deshalb wird beim Agrar-, Forst- und Fischereizentrum in Kyoto derzeit der ­„Ushiburu“ getestet – eine Art überdimensioniertes T-Shirt, das dem Tier übergestreift wird. „Ushiburu“ setzt sich aus den Worten „Ushi“ für Kuh und der phonetischen Endung des aus dem Englischen übernommenen Wortes „wearable“ zusammen. Wearables sind technische und elektronische Geräte, die man am Körper oder an der Kleidung trägt – mit Sensoren bestückte Fitnessarmbänder, Brillen oder Smartwatches etwa. Viele der Geräte zeichnen Körper-Daten wie Blutdruck und Temperatur auf – etwa, um vor Überanstrengung oder Überhitzung zu warnen. Ähnlich soll der „Ushiburu“ funktionieren. Das Textilgewebe habe kühlende Wirkung, heißt es. Ein angeschlossenes Befeuchtungssystem solle den Stoff zugleich mit Wasser benetzen, was eine zusätzliche Kühlung bewirke. Gesteuert werde die Wasserzufuhr über Sensoren. Für die Kühe stelle das Tragen des Anzugs keinen Stress dar. Angesichts stetig steigender Patientenzahlen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser wäre dort so mancher Arzt hin und wieder sicher froh um einen Kühlbody. Ein solcher „Otokoburu“ könnte dann gleich auch die Gemüter abkühlen, wenn die Debatte um die Notfallversorgung wieder einmal droht, allzu hitzig zu werden, glaubt

Ihr Dr. MB