Heilpraktiker

„Schutz muss gewährleistet sein“

Henke fordert neue rechtliche Regelungen

Berlin/Düsseldorf (lure).

Vor rund einem Jahr sind mehrere Patienten nach einer umstrittenen Krebstherapie in Brüggen gestorben. Der Kreis Viersen entzog dem Heilpraktiker die Arbeitserlaubnis. Jetzt praktiziert der Mann wohl im Kreis Wesel weiter. Entsprechende Presseberichte haben zu Reaktionen geführt.

„Niemand kann verstehen, wenn zwei Gebietskörperschaften zu einer völlig gegensätzlichen Einschätzung kommen“, kritisiert Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Vorsitzender des MB-Bundesverband. Der Schutz muss hier in gleicher Weise gewährleistet werden. Gebe es dafür kommunalrechtliche Hindernisse, so müssten diese beseitigt werden. Henke fordert, sowohl invasive Maßnahmen als auch die Behandlung von Krebserkrankungen vom derzeit zulässigen Tätigkeitsumfang von Heilpraktikern auszuschließen (s. auch Zur Sache „Vorsicht Verwirrung!“).

Unterdessen hat eine Expertengruppe mit Prof. Bettina Schöne-Seifert, Universität Münster, ein Positionspapier mit Lösungsvorschlägen erarbeitet.

Entweder der Heilpraktikerberuf wird abgeschafft, oder der Heilpraktikerberuf wird abgelöst durch Einführung spezialisierter „Fach-Heilpraktiker“ als Zusatzquali für bestehende Gesundheitsfachberufe.

Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker geht in die Gegenoffensive: „Hier scheint es ausschließlich darum zu gehen, unliebsame Konkurrenz loszuwerden.“ So hätten der Expertengruppe keine Heilpraktiker angehört – und auch naturheilkundlich arbeitende Ärzte würden angegriffen.

Allerdings sieht auch die Deutsche Hochschulmedizin erheblichen Reformbedarf. Die hohen Standards der medizinischen Ausbildung müssten in ähnlicher Weise auch für die Ausbildung der Heilpraktiker greifen.

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