Ehrenamt in Ehren …

Von Angelika Steimer-Schmid

Geht es Ihnen eigentlich gegen Ende eines Jahres jedes Mal aufs Neue auch so, dass rückblickend betrachtet dieses Jahr besonders ereignisreich war und besonders schnell verging? Und geht es Ihnen auch so, dass Sie sich auf ruhige, besinnliche Tage zwischen den Jahren freuen und sich vornehmen, es im kommenden Jahr etwas ruhiger angehen zu lassen? Dieses Gefühl trifft nicht nur den Einzelnen. Dieses Gefühl kann auch eine Gemeinschaft empfinden.

Für die rund 120.000 Mitglieder im Marburger Bund war 2016 auf jeden Fall wieder ein ereignisreiches, temporeiches Jahr. Nicht, dass jeder Einzelne das auch so in Gänze erlebt und gefühlt haben muss, aber es gilt garantiert für all jene, die sich auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den unterschiedlichsten Funktionen für die Kolleginnen und Kollegen und im Namen des Marburger Bundes eingesetzt haben.

Es sind jene, die sich auf Bezirks- und Landesebene im Marburger Bund verbands- und gewerkschaftspolitisch einsetzen. Es ist der Bundesvorstand, der durch die 208 Delegierten, wiederum Vertreter aller MB-Mitglieder, auf der Herbst-Hauptversammlung neu gewählt wurde. Es sind jene, die sich in den Kliniken in den Mitarbeitervertretungen für die Belange aller Kolleginnen und Kollegen einsetzen. Es sind jene, die sich in den Ärztekammern, neuerdings auch in den Kassenärztlichen Vereinigungen engagieren werden. Es sind die MB-Studenten im studentischen Sprecherrat, die sich politisch positionieren. Es sind Vertreter an unterschiedlichsten Stellen (die erfolgte Auflistung ist nur ein Ausschnitt) – vom Medizinstudierenden bis zum Ruheständler –, die neben ihrer täglichen Aufgabe sich ehrenamtlich einbringen, um weiterführende Veränderungen herbeizuführen. Sie bringen sich in gesundheitspolitische Debatten ein, damit die Arzt-Meinung Gehör findet, bringen sich in berufspolitische Debatten ein, damit sich in der eigenen Berufsvertretung und den ärztlichen Selbstverwaltungen Dinge weiterentwickeln, damit sich an den Medizinischen Fakultäten etwas verbessert.

Dieses Engagement geschieht in einer Zeit, in der das Interesse an Gewerkschaftsarbeit, an Berufspolitik, an politischer Arbeit offenkundig schwindet. Kaum eine Institution stellt nicht fest, dass es an Nachwuchs fehlt. Ist es Desinteresse, die eigenen Anliegen zu vertreten? Sind es zu lange Wege der Meinungsbildung, die abschrecken? Oder was ist es? Im MB herrscht auf jeden Fall Aufbruchstimmung, genau diesen Fragen auf den Grund zu gehen und Lösungen dafür zu finden. Denn der Nachwuchs gerade auch im Ehrenamt ist für Organisationen wie den Marburger Bund überlebenswichtig.

Deshalb am Ende des Jahres: Großer Dank an alle Ehrenamtler, verbunden mit dem Wunsch, dass 2017 viele weitere MB-Mitglieder gewonnen werden können und sich viele weitere Mitglieder für die eigenen Anliegen auf unterschiedlichsten Wegen engagieren. Der MB ist die Organisation, die Hülle für gewerkschafts- und berufspolitische Veränderungen. Mit Inhalt erfüllen diese Hülle die Mitglieder. Jedes Einzelne!