Krankenhausmanagement
Druck für mehr Qualität
Mindestmengen und Qualitätsberichte geregelt
Berlin (lure). Die Details zu den strukturierten Qualitätsberichten, die künftig jedes Krankenhaus regelmäßig erstellen muss, wie auch zu den Mindestmengen planbarer Krankenhausleistungen stehen jetzt fest. Die Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Bundesärztekammer (BÄK) und der Deutsche Pflegerat haben sich vertraglich geeinigt.
Der Qualitätsbericht muss alle zwei Jahre im Internet veröffentlicht werden – erstmals im Jahr 2005 für 2004. Folgende Bereiche werden dokumentiert:
Struktur- und Leistungsdaten des Krankenhauses,
Qualitätspolitik,
externen Qualitätssicherung,
Qualitätsmanagement.
Als Indikatorleistungen, die jeder Qualitätsbericht enthalten muss, wurden Dekubitus und Schmerz vereinbart. Krankenhäuser werden also voraussichtlich hier besonders auf die Qualität achten.
In der Mindestmengenvereinbarung haben sich die Vertragspartner auf fünf Leistungsbereiche geeinigt:
Lebertransplantationen,
Nierentransplantationen,
komplexe Eingriffe an der Speiseröhre,
komplexe Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse,
Stammzelltransplantationen.
Werden die festgelegten Mindestmengen von einem Krankenhaus voraussichtlich nicht erreicht, darf dieses die entsprechende Leistung vom 1. Januar 2004 an nicht mehr anbieten. Vom Ursprungskatalog wurde abgewichen, um die Auswirkungen auf die Krankenhäuser zu verringern.
„Aus Sicht der Ärzteschaft ist die jetzige Qualitätssicherung Ergebnis von mehr als 20 Jahren Engagement“, lobt Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der BÄK, das Ergebnis. Und auch Jörg Robbers, Hauptgeschäftsführer der DKG, gibt sich zufrieden: „Der Krankenhaussektor verfügt jetzt mit dem strukturierten Qualitätsbericht und der Mindestmengenregelung sowie mit der externen vergleichenden Qualitätssicherung (BQS-Verfahren) über ein beispielhaftes System der Bewertung und Darstellung guter Qualität im Sinne der Patienten.“ Und Ulla Schmidt, Bundesministerin für Soziales und Gesundheit, meinte gar: „Der Gesundheitsstandort Deutschland kann damit in der Qualitätssicherung im Krankenhaus weltweit führend werden.“