Qualitätsreport
Spurensuche im Reich der Zahlen
BQS-Daten: Nicht alle Krankenhäuser geben wahre Daten weiter
Düsseldorf (lure). Zweifel an den eigenen Zahlen schimmern beim aktuellen Qualitätsreport 2003 der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) immer wieder durch. Ein Jahr lang haben Ärzte und Pflegende in den rund 2.200 deutschen Krankenhäusern Qualitätsdaten für 2,8 Millionen Krankenhausfälle in 33 Leistungsbereichen dafür dokumentiert. Für 77 ausgewählte Qualitätsindikatoren und 88 Qualitätskennzahlen wird darin die medizinische und pflegerische Qualität der deutschen Krankenhäuser analysiert und bewertet. Aber immer wieder ist hier vom „strukturierten Dialog“ die Rede. Der soll eigentlich dann mit betroffenen Krankenhäusern geführt werden, wenn die Datensätze nicht ganz richtig erscheinen.
Die Rede vom „strukturierten Dialog“ ist im Qualitätsreport zum Beispiel bei der hüftgelenknahen Femurfraktur. Hier ist für die BQS eine Letalitätsrate von null Prozent in einer Einrichtung auffällig. Mit den betroffenen Einrichtungen soll ein strukturierter Dialog geführt werden.
Insgesamt sieht die BQS ihre Daten als zuverlässig an. So liegt auch die Letalitätsrate für die hüftgelenknahe Femurfraktur nach operativen Eingriffen bei 5,47 Prozent und damit im Bereich der Werte, die in der Literatur beschrieben werden. Dies spricht für die Glaubhaftigkeit der Zahlen. Offensichtlich sind es nur wenige Einrichtungen, die ihre Resultate aufbessern.
Für Zündstoff bei künftigen Gesprächen ist jedenfalls gesorgt. In den kommenden Monaten werden die erzielten medizinischen und pflegerischen Ergebnisse ausführlich mit den Krankenhäusern diskutiert. Unter Federführung der Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung sollen die Ursachen und Hintergründe der Ergebnisse betrachtet sowie Verbesserungspotenziale aufgedeckt werden. In der Ergebniskonferenz „Externe stationäre Qualitätssicherung“ am 2. November in Berlin werden Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung und der Analysen in den Bundesländern und den Krankenhäusern öffentlich präsentiert.
Besonders vor dem Hintergrund, dass die BQS-Daten demnächst in den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsberichten veröffentlicht werden, gewinnen diese Diskussionen an Brisanz (die MBZ berichtete in Ausgabe 8 in 2004, Seite 6). Die Suche nach der Wahrheit bleibt jedoch beschwerlich.
Weitere Informationen: www.bqs-outcome.de