Masterplan 2020

Schluss mit noch mehr Reglementierung!

Medizinstudierende wehren sich gegen Quartalisierung des PJ und Pflichtprüfung Allgemeinmedizin / Auch für „Erstis“ wichtig!

Berlin (lure).

Wollt ihr eine zusätzliche Abschlussprüfung in der Allgemeinmedizin? Nein! Drei Viertel der Medizinstudierenden (74 Prozent) wollen die derzeitige Struktur des Praktischen Jahres (PJ) am Ende des Studiums beibehalten und lehnen eine Quartalisierung des PJ ab. Auch die Forderung der Gesundheitsminister nach einer neuen mündlich-praktischen Prüfung im Fach Allgemeinmedizin im abschließenden Staatsexamen lehnen drei Viertel der Medizinstudierenden (75 Prozent) ab. Selbst wenn Du gerade erst ins Studium gestartet bist, ist das für Dich wichtig: Es geht auch um deine künftigen Prüfungen!

Die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter den Marburger-Bund-Studierenden, die der Marburger Bund beim Institut für Qualitätsmessung und Evaluation beauftragt hatte, sind also eindeutig. Andere Organisationen haben entweder gar nicht nachgefragt oder wider Erwarten ähnliche Ergebnisse kassiert.

Der Marburger Bund ist die einzige große studentische Organisation, die sich durchgängig und konsequent gegen eine Quartalisierung und die damit verbundene Pflichtprüfung im Fach Allgemeinmedizin ausgesprochen hat – außerdem für mehr Studienplätze und gegen eine Landarztquote auf Kosten der Gesamtstudienplatz-Zahl.

Deshalb rufen auch die Studierenden im Marburger Bund zu Aktionen gegen die bekannt gewordenen Pläne aus der Gesundheitsminister-Konferenz auf. Beteiligt euch an der E-Card-Aktion

  • gegen eine zusätzliche M3-Prüfung,
  • gegen das Pflichtquartal ambulante Medizin
  • und gegen eine Landarzt-Quote!

Die E-Card geht an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Ihm hat MB-Sprecherratsvorsitzende Stefanie Weber einen Brief geschrieben, in dem sie noch einmal die Argumente gegen die geplanten Elemente zur Stärkung der Allgemeinmedizin im Medizinstudium erläutert. All jene, die diese Meinung teilen, sollten teilnehmen. Die Web-Adresse lautet: http://www.marburger-bund.de/mbz-29.

Die Aktionen richten sich keineswegs gegen die Allgemeinmedizin. Wie man diese im Studium stärken kann, hat der MB u.a. in die letzte Approbationsordnung maßgeblich eingebracht. Aber offen bleibt die Frage, wie mit dem Mangel in anderen Fächern umgegangen werden soll. Logisch wäre eine Erhöhung der Zahl an Studierendenplätzen, wie sie der Marburger Bund fordert. Stattdessen soll eine Landarztquote Studienanfänger vom Beginn ihres Studiums an festnageln (s. dazu den Kommentar von Stefanie Weber).

Zudem droht auch allen anderen, dass sie im Stadium des Studiums festgenagelt werden. Die ambulante Pflichtprüfung kann nämlich nur dann sinnvoll erfüllt werden, wenn es genügend Lehrpraxen gibt, die den Qualitätsanforderungen entsprechen, die die allgemeinmedizinische Fachgesellschaft DEGAM selbst aufgestellt hat. Auch die Zahlen dazu gibt es nur von der DEGAM selbst. Derzeit soll es rund 4.600 Lehrpraxen geben (Stand 2013). Benötigt werden selbst laut DEGAM-Berechnungen 4.600 zusätzliche Praxen.

Wer zum Masterplan Medizinstudium 2020 noch mehr Informationen braucht, findet diese im Artikel "Große Erwartungen – jetzt Ernüchterung", aber auch unter http://weiter.es/-kr8B.

Die Studierenden im MB mischen also kräftig politisch mit. Der Marburger Bund bietet Medizinstudierenden als Europas größter Ärzteverband – vom Studenten bis zum Chefarzt – und einzige Ärztegewerkschaft dafür die notwendige gewichtige und kompetente Rückendeckung, Vorteile und Services im Studium sowie während des gesamten weiteren Berufslebens. 118.000 Kommilitoninnen und Kommilitonen, Ärztinnen und Ärzte gehören schon zur MB-Familie …

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