Medimeisterschaften

Wikinger, Ägypter, Hawaiianer und auch noch Besuch vom „Tülymp“

Fußball-Festivalwochenende lässt Lernstress und Leistungsdruck vergessen / Leitspruch #nurLiebe ist in Obermehler Programm

Von Paula Hoffmeister und Hanna Rippel-Rex

Die Medimeisterschaften gehören für viele zu den nicht nur sportlichen Höhepunkten des Jahres. An dieser Stelle berichten zwei studentische Autoren vom MB-Landesverband Baden-Württemberg über den Reiz des Festivals.

Viel Bier gegen ­drückende Hitze*

Es ist ein ruhiger Donnerstagmittag im idyllischen Tausendseelendorf Obermehler in Thüringen, Deutschland. Die Sonne strahlt, drückend liegt die Hitze über den Straßen. Doch nach und nach kommt Leben in das kleine Örtchen. Immer mehr voll bepackte Autos und Busse tuckern hupend an der Dorfkneipe vorbei. In den Wagen sitzen winkende Wikinger und Ägypter, Flamingos und Hawaiianer. Aus den Bussen hört man nur wummernde Bässe und johlende Fan-Gesänge. Die Autos stauen sich in einer Auffahrt. Die Spannung steigt. Bunt gekleidete junge Frauen und Männer in den exotischsten Outfits steigen aus, begrüßen sich überschwänglich und zupfen ihre Kostüme zurecht. Obligatorisches Accessoire: die halbvolle Bierdose in einer Hand.

Spätestens da wissen alle Einwohner Bescheid: Es ist wieder so weit: Die alljährlichen Medimeisterschaften halten in Obermehler Einzug. Dieses Jahr noch größer und verrückter; noch mehr Medizinstudierende, die einfach mal an einem Festival-Wochenende all den Lernstress und Leistungsdruck vergessen wollen. Die Medimeisterschaften, von den Studenten liebevoll „Medis“ genannt, sind kein normales Festival. Vielmehr ist es eine gelungene Kombination aus Zeltfest, Musikveranstaltung, Sportturnier und lebendigem Austausch unter Medizinern.

Vier Tage lang zelten 15.000 Studenten auf einem stillgelegten Flugplatz mitten im Grünen. Abends verlagert sich der Interessenschwerpunkt vom Sport zur Musik. Bis tief in die Nacht wird wild getanzt, getrunken und gefeiert. Zahlreiche Pärchen bilden sich, die sich später auch schnell ins Dunkle, in Richtung Zeltplatz verziehen.

Schon weit mehr als ein halbes Jahr im Voraus beginnen die Unis mit den Planungen für dieses besondere Wochenende. Die erste Frage, die jedes Jahr geklärt werden muss: Unter welchem Motto nehmen wir an dem Turnier teil? Mit von der Partie waren dieses Mal Metzger, Versuchskaninchen, Pfadfinder, Mayas, olympische Sportler, Rennfahrer, Cowboys und viele mehr. Die Ergebnisse können sich in jedem Fall sehen lassen.

Beispiel: „Tülymp“ aus Tübingen**

Im Januar hatte der Verkauf der Early-Bird-Tickets begonnen. Zum Ende des Monats hatte Tübingen bereits über 300 Anmeldungen und die heiße Phase der Vorbereitung konnte beginnen. Zu unserem Motto „Tülymp – Lasst die Spiele beginnen“ wählten wir passende Götterkostüme, bauten einen Wagen in Form einer Akropolis, ein trojanisches Pferd und drehten unser Fanvideo, alles Dank unserer Sponsoren, wie z.B. auch des Marburger Bundes. Insbesondere bei den Fanvideos zeigten die Unis ihre ganze Kreativität. Dabei entstanden regelrecht professionelle und sehr sehenswerte (Musik-)Videos, die bei YouTube unter dem Stichwort „Medimeisterschaften 2016“ zu finden sind.

Donnerstag öffneten sich dann ab 15 Uhr die Tore für die bereits 12.000 angereisten Studenten. Tagsüber sorgten die Fanwagen für Stimmung, ab 22 Uhr begannen die Programme auf den Hauptbühnen auf dem Festivalgelände.

Der Samstag war wieder dem Fußball gewidmet. Jede Uni durfte zwei Männer- und ein Frauenteam stellen, die sich in der Gruppenphase für die K.o.-Runde qualifizieren konnten. Tübingen hatte diesmal eine sehr starke Männermannschaft, die dann leider in der K.o.-Runde beim Elfmeterschießen gegen den späteren Sieger Freiburg ausschied. Unterstützt wurden die Teams von ihrer Fangemeind,e zusammen mit ihrem Musik spielenden Fanwagen, so z.B. auch die in orange angetretenen Regensburger. Sie konnten am Ende auch den Sieg ihrer Frauenmannschaft feiern.

Am Sonntag neigte sich das #nurLiebe-Festival, wie die Medimeisterschaften auch liebevoll genannt werden, wieder dem Ende zu. Kaum zu Hause angekommen, beginnen wir auch schon wieder mit den Vorbereitungen für nächstes Jahr. ;-)

Die Autorinnen

*Paula Hoffmeister studiert Humanmedizin in Heidelberg.

**Hanna Rippel-Rex studiert Humanmedizin in Tübingen.

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