„Minister Philippi hat recht: Keine Entscheidung zu treffen, ist keine Hilfe für Menschen in Not. Dass wir in Deutschland seit Jahren über eine hohe prinzipielle Spendenbereitschaft sprechen, aber stagnierende Organspendezahlen haben, ist nicht nachvollziehbar“, erklärt Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Wir unterstützen den Minister in seiner Forderung, die Lücke zwischen theoretischer Bereitschaft und tatsächlicher Spende durch einen Systemwechsel endlich zu schließen."
Minister Philippi hatte betont, dass insbesondere die psychische Belastung für Betroffene und ihre Familien, die auf ein Organ warten, kaum auszuhalten sei. Diesen Befund bestätigt der Marburger Bund Niedersachsen aus der täglichen Praxis in den niedersächsischen Krankenhäusern.
„Wir sehen die Verzweiflung der Patientinnen und Patienten, aber auch die Ohnmacht der Kolleginnen und Kollegen“, ergänzt Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Die Widerspruchslösung, wie sie der Minister nun erneut mit Nachdruck fordert, würde zudem die Angehörigen massiv entlasten. Es darf nicht länger die Regel sein, dass Hinterbliebene in ihrer schwersten Stunde eine stellvertretende Entscheidung treffen müssen, weil das bisherige System eine Auseinandersetzung mit dem Thema nicht notwendig macht. Es ist zumutbar, für sich selbst eine Entscheidung zur Organspendebereitschaft zu treffen. Ein "Nein" ist dabei immer noch klarer und besser, als sich gar nicht damit befasst zu haben.“
Der Marburger Bund Niedersachsen schließt sich dem Appell des Ministers an den Bundestag an, die aktuelle Gesetzesinitiative des Bundesrates zügig aufzugreifen.
In diesem Zusammenhang fordert der Marburger Bund Niedersachsen:
- Einführung der Widerspruchslösung als Standardannahme zur Organspende bei vollem Erhalt des Widerspruchsrechts
- Förderung eines gesellschaftlichen Diskurses zur Organspende
- breite Informations- und Aufklärungsangebote
- Sicherstellung der personellen und organisatorischen Leistungsfähigkeit der Kliniken in Niedersachsen, um einen erwarteten Anstieg von Transplantationsmeldungen zuverlässig bewältigen zu können
„Das Jahr 2026 muss das Jahr der Entscheidung werden. Jetzt muss der Gesetzgeber den Mut beweisen, diesen lebensrettenden Schritt zu gehen“, fordert Hammerschmidt.
Fotos
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