Stellenabbau am UKR ist eine Bankrotterklärung für den Wissenschaftsstandort Regensburg

Pressemitteilung
Wissenschaftsminister Blume muss handeln
12.Juni 2026
München
Der Marburger Bund Bayern kritisiert die bekannt gewordenen Pläne zum Abbau von bis zu 64 ärztlichen Vollzeitstellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) scharf. Wer Spitzenmedizin in Bayern will, muss in Personal investieren – nicht Personal abbauen.
Inakzeptabel ist die Haltung des Aufsichtsratsvorsitzenden und Wissenschaftsministers Markus Blume, der die geplanten Stellenkürzungen mit Verweis auf das Defizit als „dringend erforderlich“ bezeichnet. Damit sendet er ein fatales Signal für die Patientenversorgung und stellt den Anspruch der Universitätsklinika, für Spitzenmedizin, Forschung und Exzellenz zu stehen, selbst infrage.
Hektik im Klinikalltag
Hektik im Klinikalltag
Ärztemangel lässt sich nicht wegsparen

Nach vorliegenden Informationen sollen vor allem befristete ärztliche Arbeitsverträge nicht verlängert werden. „Das ist plan- und ziellose Sparpolitik nach der Rasenmäher-Methode. So handelt eine Krämerseele, aber kein zukunftsorientierter Wissenschaftsminister“, erklärt Dr. Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Bayern.

Bereits heute berichten Ärztinnen und Ärzte von hoher Arbeitsverdichtung, wachsender Bürokratiebelastung und Personalmangel. Am UKR können viele Ärztinnen und Ärzte ihre Aufgaben nur durch tägliche Mehrarbeit bewältigen. Wer Dutzende Arztstellen abbaut oder nicht nachbesetzt, erhöht zwangsläufig den Druck auf die verbleibenden Beschäftigten – zulasten der Patientenversorgung, der Forschung, studentischer Lehre und fachärztlicher Weiterbildung.

Kurze Befristungen und unsichere Perspektiven prägen den Klinikalltag

An bayerischen Universitätsklinika werden selbst die Verträge von Fachärztinnen und Fachärzten in der Regel befristet verlängert, teilweise nur um wenige Monate. Möglich wird dies durch die extensive Nutzung der rechtlichen Möglichkeiten des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Wer von Ärztinnen und Ärzten medizinische Spitzenleistungen in Versorgung, Forschung und Lehre verlangt, darf sie nicht gleichzeitig in dauerhafter beruflicher Unsicherheit halten. Die nun angekündigten Nichtverlängerungen am UKR bestätigen die schlimmsten Befürchtungen der Beschäftigten, die mit dieser unsäglichen Praxis an Universitätskliniken verbunden sind.

Regensburg darf nicht zum Präzedenzfall werden

Besonders fragwürdig ist die Begründung, die betroffenen Stellen seien seit 2019 aufgebaut worden und würden nun nicht mehr refinanziert. Wenn diese Stellen über Jahre hinweg für Versorgung, Forschung und Lehre notwendig waren, stellt sich die Frage, warum ihre Finanzierung nie dauerhaft gesichert wurde.

„Der Anspruch an die Universitätsmedizin lautet Exzellenz. Die Realität vieler Ärztinnen und Ärzte besteht inzwischen aber darin, personelle Lücken zu stopfen, um den Betrieb trotz chronischer Unterbesetzung aufrechtzuerhalten. Wer Spitzenmedizin will, muss auch die dafür notwendigen personellen Ressourcen bereitstellen“, so Botzlar.

Universitätsklinika sind zentrale Säulen der medizinischen Versorgung, der Forschung und der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses. Stellenabbau am UKR schwächt nicht nur den Standort Regensburg – er schadet dem Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Bayern insgesamt.

Wissenschaftsminister Blume darf als Aufsichtsratsvorsitzender die geplanten Stellenkürzungen nicht widerspruchslos hinnehmen und schon gar nicht politisch legitimieren. Wer die Universitätsmedizin stärken will, muss in ihre Beschäftigten investieren.