„Mit dem letzten MB-Monitor haben wir gezeigt: Rund ein Drittel des niedersächsischen Ärzt*innen verliert täglich vier Stunden oder mehr durch administrative Tätigkeiten. Diese Zeit fehlt uns für die Versorgung unserer Patient*innen“, hebt Hans Martin Wollenberg, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, hervor. „Deshalb begrüßen wir, dass Niedersachsen beim Bürokratieabbau Druck macht. Jetzt müssen daraus konkrete Entlastungen werden, die auf den Stationen auch ankommen.“
Der Marburger Bund Niedersachsen fordert, Dokumentations- und Nachweispflichten konsequent auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen, Mehrfacherfassungen abzubauen und Prüfverfahren stärker auf Stichproben und tatsächliche Risiken auszurichten. Das gilt auch für den Medizinischen Dienst: Doppelprüfungen und unnötige Nachweise müssen vermieden, Meldewege und administrative Verfahren vereinfacht werden.
„Bürokratie entsteht an vielen Stellen. Auch die Krankenhausträger müssen ihre Abläufe kritisch prüfen und Aufgaben so verteilen, dass Ärzt*innen sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können“, betont Andreas Hammerschmidt, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen.
Besonderen Handlungsbedarf sieht die niedersächsische Ärzt*innengewerkschaft bei der Digitalisierung. Im letzten MB-Monitor bewerteten mehr als 60 Prozent der niedersächsischen Krankenhausärzt*innen ihre IT-Ausstattung als unzureichend. Fast 50 Prozent berichteten von häufigen Mehrfacheingaben identischer Daten.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Wenn Ärzt*innen Daten mehrfach eingeben oder Informationen zwischen nicht kompatiblen Systemen übertragen müssen, ist nichts gewonnen“, macht Hammerschmidt deutlich. „Digitalisierung muss uns Arbeit abnehmen, anstatt neue zu schaffen.“
Für Wollenberg ist der Bürokratieabbau deshalb auch eine Frage des sinnvollen Umgangs mit knappen personellen Ressourcen: „Wir brauchen Ärzt*innen am Krankenbett und nicht vor immer neuen Formularen und Eingabemasken. Jede unnötige Stunde am Computer ist eine Stunde, die uns für die Medizin fehlt.“
Pressefotos der Zitierten stellen wir Ihnen hier bereit.
