„Respektvoller Umgang ist keine Einbahnstraße“

Landesweite Kampagne gestartet
18.September 2026
Hannover
(adi)  Mit einer Pressekonferenz in der Landespressekonferenz Niedersachsen ist am 16. September die landesweite Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt.“ offiziell gestartet. Der Marburger Bund Niedersachsen setzt gemeinsam mit dem Niedersächsischen Gesundheitsministerium, der Ärztekammer Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ein Zeichen für einen respektvollen Umgang im Gesundheitswesen. 
Gemeinsam für mehr Respekt im Gesundheitswesen: Die Initiator*innen der niedersächsischen Kampagne, darunter Sozialminister Dr. Andreas Philippi (3. v. l.), mit Testimonial Malte Feurer (3. v. r.). Foto: Nancy Heusel/ÄKN
Gemeinsam für mehr Respekt im Gesundheitswesen: Die Initiator*innen der niedersächsischen Kampagne, darunter Sozialminister Dr. Andreas Philippi (3. v. l.), mit Testimonial Malte Feurer (3. v. r.). Foto: Nancy Heusel/ÄKN

Auf dem Podium machten Malte Feurer, Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen der KRH-Kliniken in Gehrden und Neustadt am Rübenberge, und Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, deutlich, warum es die Kampagne braucht.  

Feurer berichtete aus seiner langjährigen Erfahrung in der Notfallversorgung. In den Kliniken, Praxen und im Rettungsdienst werde bereits viel dafür getan, Beschäftigte zu schützen – etwa durch Deeskalationstrainings und Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig müsse deutlich werden, dass respektvoller Umgang keine Einbahnstraße sei.   

Feurer machte zugleich deutlich, dass die Beschäftigten ihren Beruf mit großer Leidenschaft ausübten. „Wir machen unseren Beruf alle unheimlich gerne, und es ist halt auch ein Beruf im Sinne von Berufung“, betonte er. Zugleich sei die Arbeit mit hohen Anforderungen wie Schichtdiensten und der besonderen Belastung der Notfallversorgung verbunden. Notaufnahmen seien 24 Stunden an 365 Tagen geöffnet und für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle in einer Ausnahmesituation.  

Wer in eine Notaufnahme komme, habe selbstverständlich ein Problem und erlebe die Situation häufig persönlich als Notfall. Dennoch sei es wichtig, „einmal ganz kurz zurückzutreten und zu gucken: Was ist denn da gerade los?“ Auch längere Wartezeiten bei weniger dringlichen Beschwerden könnten vorkommen. Sie dürften aber nicht dazu führen, dass Patient*innen versuchten, ihren Versorgungsanspruch mit Beschimpfungen, Beleidigungen oder Übergriffigkeit durchzusetzen.  

Wollenberg ordnete die Kampagne in die umfassenderen Aktivitäten des MB-Landesverbands gegen Gewalt im Gesundheitswesen ein. Dazu gehöre auch die vom niedersächsischen Sozialminister initiierte Bundesratsinitiative für eine Verschärfung der gesetzlichen Möglichkeiten bei Übergriffen gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen, die der Marburger Bund Niedersachsen unterstütze. Darüber hinaus habe der Landesverband wiederholt, unter anderem auch in der Landespressekonferenz, konkrete Forderungen zum Schutz der Beschäftigten formuliert. Hier zählten individuelle Gefährdungsanalysen, Präventionsmaßnahmen und Deeskalationstrainings, funktionierende Meldesysteme, psychologische Unterstützung und eine konsequente juristische Aufarbeitung von Vorfällen. Ebenso müsse der Blick auf die Arbeitsbedingungen gerichtet werden: Hohe Arbeitsbelastung, Schichtdienst und Personalmangel erhöhten die Herausforderungen für die Beschäftigten.  

„Die Kampagne ‚Wer hilft, verdient Respekt.‘ verstehen wir als einen wichtigen Baustein für eine Kultur des respektvollen Miteinanders im gesamten Gesundheitswesen“, betonte Wollenberg.  

Der Landesverband hat im Anschluss an den Kampagnenstart gemeinsam mit den beteiligten Organisationen und Verbänden für den Versand der Materialien an die Krankenhäuser und Praxen in Niedersachsen gesorgt. Auch darüber hinaus wird die Kampagne nach und nach an verschiedenen Stellen in ganz Niedersachsen sichtbar – mit City-Light-Postern, Kinowerbung und auf digitalen Bildschirmen.  

 

Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Hintergründen sowie die Plakate der Kampagne zum Download finden Sie hier: Wer hilft, verdient Respekt. | Marburger Bund Niedersachsen 

Sie möchten die Kampagne unterstützen oder haben Anregungen? Dann wenden Sie sich gerne an presse@mb-niedersachsen.de.