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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
"Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns stellen müssen. Die Politik darf vor den jeweiligen industriellen Lobbygruppen nicht einknicken“, warnt Dr. Windhorst warnt. "Alkohol und Tabak dürfen wir nicht als Genussmittel verharmlosen. Die Suchtgefahr ist immens groß, die gesundheitlichen Schäden sind es ebenso."
Der Kammerpräsident begrüßt es ferner, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung nach der parlamentarischen Sommerpause ein neues und rigoroseres Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg bringen will. „Lungenkrebs ist die häufigste Krebstodesursache in Europa, die Häufigkeit von Krebserkrankungen steigt.“ Dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg zufolge sind 13 Prozent aller Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen. "Das können und dürfen wir nicht akzeptieren!" Es habe sich gezeigt, dass die bisherigen Regelungen zum Rauchverbot nicht ausreichten und zu viele Ausnahmen vom Rauchverbot zugelassen wurden. „Es darf beim Rauchverbot keine Schlupflöcher mehr geben. Wir dürfen hier keine halben Sachen machen“, betont Dr. Windhorst.
Nach Überzeugung des Kammerpräsidenten muss auch der Zugang zu Alkohol und Tabak eingeschränkt werden. „Wenn wir Gesundheitsfürsorge ernst nehmen, müssen wir auch über einschneidende Maßnahmen reden.“ Die Bilder von Trinkorgien auf öffentlichen Plätzen will Dr. Windhorst aus der Öffentlichkeit verbannen. „Was sich Heranwachsende mit dem so genannten Komasaufen antun, ist gesundheitlicher Wahnsinn. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben.“
Die Zahl der Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauchs in Kliniken kommen, hat sich in Deutschland nach Angabe des Statistischen Bundesamtes seit 1990 mindestens verdoppelt. In Deutschland haben knapp zehn Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren Alkoholprobleme, teilt die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit. Der Handlungsbedarf ist immens.
Das aktuell diskutierte Verbot von Alkoholkonsum in öffentlichen Verkehrsmitteln sei ein richtiger Weg. „Öffentlicher Konsum und Exzess“ müssten verhindert werden. „Wir sollten auch einmal über dänische Verhältnisse nachdenken. In Dänemark erhält man Alkohol nur in speziellen Läden. Ein unkontrollierter Verkauf ist so unmöglich." Für Dr. Windhorst ist auch ein Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken an Tankstellen vorstellbar. „Wir wollen weder eine Regelungswut noch Gängelung, aber einen vorbeugenden Gesundheitsschutz, der umfassend genug ist, um die Gesellschaft vor den gesundheitlichen Schäden von Tabak und Alkohol zu schützen. Das sind wir der Solidargemeinschaft schuldig.“

