• Marburger Bund

    Die Ärztegewerkschaft

    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche Deutschland
Kleine Schritte für die Menschheit!
Ärzte-Gehälter steigen ab 1. Mai um zwei Prozent / Ab 1. Juli bundesweit einheitliche Tabelle
Köln (rl). Auf Betreiben der Vertreter des Marburger Bundes und des Verbandes kirchlicher Mitarbeiter hat sich die Arbeitsrechtliche Kommission des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Deutschland am vorigen Freitag nach langwierigen und zähen Verhandlungen auf eine erste Gehaltsanpassung geeinigt.
Nach etwa zweijährigem Stillstand in der Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen und Gehälter sollen mit Wirkung ab dem 1. Mai 2011 die Monatsgehälter, die Mehrarbeits-, Bereitschaftsdienst-, Rufbereitschafts- und Überstundenvergütungen um durchgängig zwei Prozent angehoben werden. Ab dem 1. Juli 2011 verschwindet der Antagonismus einer eigenständigen, abgesenkten Ost-Tabelle für die Beschäftigten in den neuen Bundesländern. Der Versuch der Dienstgeberseite, dies mit Gehaltsabsenkungen in den alten Bundesländern gegenzufinanzieren, konnte erfolgreich abgewehrt werden.
Weiterhin abgeschafft wird die von der früheren Arbeitsrechtlichen Kommission ab 2007 eingeführte sogenannte „Einruckelphase“, durch die die Gehälter bis 2015 eine sich Jahr für Jahr um 1,25 Prozent abbauende Reduzierung erfahren haben. Diese für die Ärzte-Tabellen bereits durch die Arbeitsmarktbedingungen kassierte Regelung entfällt nun auch formal für alle sonstigen Mitarbeiter.
„Die unter schwierigsten Geburtswehen zustande gekommene Einigung ist“, so erklärte Rechtsanwalt Rolf Lübke, Marburger-Bund-Geschäftsführer und Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission, „ein erster Schritt hin zu leistungs- und marktgerechten Arbeitsbedingungen.“ Die vollständige Anpassung insbesondere der Gehaltstabelle für Ärzte an das allgemein gültige Tarifniveau, sagte RA Rolf Lübke weiter, müsse nun unverzüglich folgen.

Unverständliches Verhalten der Dienstgeber
„Zu Beginn unserer Arbeit im vergangenen Spätherbst standen wir vor der Situation, dass die Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland mit Abstand die schlechtesten Arbeitsbedingungen aller kirchlichen Arbeitgeber enthielten. Umso weniger Verständnis muss man dafür haben, dass die Dienstgeberseite die Aufgabe vor allem der Einruckelphase und der Ost-Absenkung noch mit weiteren Verschlechterungen beispielsweise im Krankenpflegebereich gegenfinanzieren wollten. Der nach hartem Ringen gefundene Kompromiss zeigt aber doch ein Stück weit Licht am Ende des Tunnels. Die weitere Entwicklung der Gehaltstabellen für Ärztinnen und Ärzte wird maßgeblich auch davon abhängen, wie sich die Verhandlungen in der Arbeitsrechtlichen Kommission Rheinland, Westfalen und Lippe in dieser Woche gestalten. Hier existiert seit einem Schiedsspruch im Herbst 2007 eine Orientierung der Gehälter an dem zwischen Marburger Bund und der Vereinigung der Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken abgeschlossenen Tarifvertrag.
 
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