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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Hauptversammlung Marburger Bund NRW/RLP
Wie häufig fühlen Sie sich ausgelaugt, emotional und körperlich erschöpft?
MB-Spitzenkandidat Prof. Dr. med. Frieder Hessenauer: Immer häufiger sind Ärzte vom Burnout betroffen
Mainz (mhe). Lange galt Burnout als reine Managerkrankheit, doch längst ist nicht mehr so: "Immer häufiger sind Ärztinnen und Ärzte von dieser Erkrankungen betroffen.", berichtete der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. med. Frieder Hessenauer, auf der diesjährigen Hauptversammlung des Marburger Bundes NRW/RLP im Mainzer Schloss. Der Spitzenkandidat bei den derzeitigen Kammerwahlen hielt den Hauptvortrag zum Schwerpunktthema der Delegiertenversammlung.

"Permanente hohe Anforderungen, zunehmende Arbeitsverdichtung, unbesetzte Arztstellen, zeitraubende, überbordende Bürokratie, regelmäßige Überstunden, häufige Nachtarbeit sowie immer wieder Feiertags- und Wochenenddienste gipfeln in einer fehlenden Balance zwischen Privat-, Familien- und Berufsleben", bilanzierte Prof. Hessenauer.

"Gerade die Frauen und Männer in sozialen Berufen sind besonders gefährdet, denn sie geben viel, wollen anderen helfen und bekommen wenig Anerkennung und Bestätigung zurück." Ein Drei-Schichten-Betrieb erschwert die persönliche Work-Life-Balance. "Von 21 Schichten sind nur fünf während der normalen Arbeitszeit möglich. Die Lebensbereiche Familie und Arbeit finden so bei Ärztinnen und Ärzten selten im Einklang zusammen. Irgendwann fordern solche Arbeitsbedingungen auch ihren Tribut!

"Das Ausgebranntsein ist ein schleichender, jahrelanger Prozess, geprägt auch von Überengagement und Stress der Betroffenen. Leider fällt es Ärztinnen und Ärzten besonders schwer, selber Hilfe anzunehmen - insbesondere, wenn es um Hilfe für die eigene Seele geht. Scham verhindert Hilfesuche und -annahme. Die Kolleginnen und Kollegen reißen sich lieber zusammen als im Dienst am Patienten auszufallen."

Es gibt Burnout-Warnzeichen - der sog. CBI-Test - ein Fragenkatalog - zeigt rasch, ob bereits Anzeichen für einen Burnout vorliegen. "Ärztinnen  und Ärzte, die nachfolgenden Fragen für sich mit "immer" oder "oft" beantworten, stehen demnach kurz vor dem Burnout", erklärt Prof. Dr. med. Frieder Hessenauer. "Wie häufig sind Sie krank? Wie häufig sind Sie körperlich erschöpft? Wie häufig sind Sie emotional erschöpft? Wie häufig denken Sie: "Ich kann nicht mehr"? Wie häufig fühlen Sie sich ausgelaugt? Wie häufig fühlen Sie sich schwach und krankheitsanfällig?"

"Die Lösungen beginnen im Kopf!" Zu den möglichen Lösungen zählen: "Gute und verlässliche Arbeitsbedingungen. Das ist ganz wichtig! Das schafft Sicherheit für alle Lebensbereiche und schützt vor innerer Zerrissenheit und vor dem Ausgebranntsein. Wenn die verschiedenen persönlichen Lebensbereiche im Einklang sind, sind auch die Mitarbeiter zufrieden. Letztlich sind zufriedende Mitarbeiter motivierte und gute Mitarbeiter. Zukunftsfähige Strukturen brauchen Mut zu Visionen zitierte Prof. Dr. med. Frieder Hessenauer abschließend den höchst erfolgreichen schriftstellernden Berufspiloten Antonie de Saint-Exupery: "Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern  lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."

Mit Anträgen für eine bessere Personalausstattung der Krankenhäuser,  für spezielle flächendeckende betriebliche Gesundheitsförderungen und eine stärkere Rolle der Betriebsärzte in den Kliniken flankierte der Marburger Bund NRW/RLP auf der Hauptversammlung die individuellen Präventionsbestrebungen.

 
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